Suche Sortierung nach Monatsdigest
2008/01/10 16:05:05
Perrey
Re: [OWP] Gymnasiast um 1708
Datum 2008/01/10 20:16:40
MarionMarquas
Re: [OWP] Adressbuch Breslau
2008/01/10 16:05:05
Perrey
Re: [OWP] Gymnasiast um 1708
Betreff 2008/01/01 21:18:53
Reinhard J. Freytag
[OWP] GÜNTERBERGER in WPR und PO
2008/01/09 18:09:50
Henning Schlunk
[OWP] Gymnasiast um 1708
Autor 2008/01/17 21:07:52
Hermann Klyne
[OWP] Unbekanntes in Taufregistern

Re: [OWP] Gymnasiast um 1708

Date: 2008/01/10 19:27:06
From: Henning Schlunk <Henning.Schlunk(a)...

Lieber Herr Perrey, lieber Herr Surkau, lieber Jürgen,

vielen Dank für die ausführlichen Beiträge zu obigem Betreff.
In diesem Zusammenhang sollte vielleicht auch noch die sich
leicht zu merkende Jahreszahl 1717 genannt sein.
Die Verordnung zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht
in Preußen durch den erwähnten Soldatenkönig, Fridrich Wilhelm,
datiert vom 28.Sept.1717.
Freundliche Grüße von
Henning Schlunk

 "Perrey" <mailto:pcperrey(a)... schrieb:
> Hallo Herr Gottschewski, Herr Schlunk, Herr Surkau,
> 
> die Septima gehörte zum Bereich der Gymnasialvorschule, in der die Kinder
> (u.a. durch Lateinunterricht) auf den Besuch des Gymnasiums vorbereitet
> wurden. Diese Gymnasialvorschule konnte bis zu drei Jahrgänge umfassen: die
> Nona (9. Klasse), Oktava (8. Klasse) und Septima (7. Klasse). Das Gymnasium
> selbst begann mit der Sexta (6. Klasse) und ging - rückwärst zählend -
> bis zur Prima (1. Klasse), an deren Schluss die Hochschulreife stand. Da
> diese dreistufige Gymnasialvorschule regional auch unter dem Begriff III.
> Klasse geführt wurde, wäre es durchaus möglich, dass die Elbinger Einträge
> auf eine ähnliche Unterteilung der Septima in drei Stufen (Sep. inf. -
> Sep. - Sep. sup.) hindeuten.
> 
> Mit freundlichen Grüßen
> 
> Rolf-Peter Perrey
> 
> 
> ----- Original Message ----- 
> From: "Hans Christoph Surkau" <mailto:Hans-Christoph.Surkau(a)...
> To: "'OW-Preussen-L'" <mailto:ow-preussen-l(a)...
> Sent: Thursday, January 10, 2008 11:53 AM
> Subject: Re: [OWP] Gymnasiast um 1708
> 
> 
> Lieber Herr Gottschewski, lieber Herr Schlunk,
> 
> die Errechnung des Geburtsjahres aus dem Datum des Eintritts in das
> Gymnasium zu errechnen ist nicht ganz so einfach. Es gab zu der Zeit ja noch
> keine allgemeine Verpflichtung eine Grundschule zu besuchen - wir reden hier
> immerhin über die Zeit v o r dem Soldatenkönig. Schulbesuch war freiwillig
> und kostete Geld. Jedem, der es sich leisten konnte, war es überlassen, die
> notwendigen Kenntnisse durch einen Hauslehrer oder selber beizubringen. Wenn
> das Kind dann ein Gymnasium oder eine Lateinschule besuchen sollte, so
> wurde es dort angemeldet, durch den Rektor auf seine Vorkenntnisse überprüft
> und dann in eine Klasse eingewiesen. Dies konnte die Prima sein - weil der
> bisher zu Hause ausgebildete Sohn eine "Dimission" aus deinem Gymnasium an
> die Universität benötigte - oder die Septima, weil noch gar keine, oder nur
> geringe, Grundkenntnisse vorhanden waren.
> 
> In seinem Vorwort zu "Die Matrikel des Gymnasiums zu Elbing (1598 - 1786),
> Danzig 1936-1944 - Nachdruck als Sonderschrift Nr. 49 des VFFOW, Hamburg
> 1982 - schreibt Hugo Abs (Seite XIII): "Seit 1706 (Rektor Koitsch),
> regelmäßig seit 1720, wird das Lebensalter der Inskribierten angegeben. ...
> Gewöhnlich erfolgte der Schuleintritt mit 6 Jahren. Auch 5-jährige Anfänger
> sind häufig. ... Oft beginnt der jüngere Bruder zugleich mit dem ältern die
> Schullaufbahn, wobei die Zeit des Eintritts offenbar dem Ermessen der Eltern
> überlassen blieb. (Das entfällt hier, weil kein zweiter "Schlunk"
> gleichzeitig eingeschrieben wurde.) ... Zahlreicher sind die späten
> Anfänger. 10-jährige Septimaner fallen noch nicht auf, aber auch 11-jährige
> kommen über zwanzigmal vor und zwölfjährige zehnmal. ..."
> 
> Da es bei den Einschreibungen sowohl den Eintrag "Sep." als auch "Sep. inf."
> und "Sep. sup." müssen wir davon ausgehen, dass das Gymnasium zu Elbing
> wegen der unterschiedlichen Eingangskenntnisse der Schüler mindestens zwei
> Septima's hatte, eine "untere" für die "Totalanfänger" und eine "höhere oder
> obere" für die Neuaufgenommenen mit mehr Vorkenntnissen. Im übrigen
> entsprach das Pensum der Septima in etwa dem, was bei uns heute in den
> ersten Klassen der grundschule gelehrt wird: Deutsch Lesen, Schreiben und
> Rechnen, aber auch schon Grundbegriffe des Lateinischen.
> 
> Da unser Johann Gottlieb Schlunk in die Septima superiora eingeschult wurde,
> dürfen wir wahrscheinlich davon ausgehen, dass er älter als sechs Jahre war
> und schon einige Vorkenntnisse hatte.
> 
> Das Datum der Einschreibung ist im Übrigen auch als das Datum des Beginns
> des Schulbesuches anzusehen.
> 
> Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Münsterland
> Ihr
> Hans-Christoph Surkau
> 
> 
> 
> 
> _______________________________________________
> OW-Preussen-L mailing list
> mailto:OW-Preussen-L(a)...
> http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/ow-preussen-l
> 
> _______________________________________________
> OW-Preussen-L mailing list
> mailto:OW-Preussen-L(a)...
> http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/ow-preussen-l
> 
> 
> _______________________________________________
> OW-Preussen-L mailing list
> mailto:OW-Preussen-L(a)...
> http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/ow-preussen-l
> 
>