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2004/11/08 23:02:37
Hans Christoph Surkau
AW: AW: [OWP] Re: Evangelisch -Augsburgisches Pfarramt
Datum 2004/11/09 00:44:22
Franz-Jörg Becker
AW: [OWP] Suche nach Wurzeln der Familie Bindßus
2004/11/09 12:19:33
Walter Grunwald
Fw: [OWP] Orts- und Namenssuche
Betreff 2004/11/01 01:52:12
Adalbert Goertz
Re: [OWP] Ortssuche
2004/11/07 21:10:02
Reiner Kerp
Re: [OWP] Auswander nach Polen
Autor 2004/11/10 12:42:05
Reiner Kerp
Re: AW: AW: [OWP] Re: Evangelisch -Augsburgisches Pfarramt

Re: [OWP] Orts- und Namenssuche war: Re: [OWP] Auswander nach Polen

Date: 2004/11/09 00:05:40
From: Reiner Kerp <mail(a)...

Liebe Forscherfreunde,
bitte entschuldigt, wenn ich hier Reklame für einen Verein mache, der
offensichtlich viel zu wenig bekannt ist.

Allen denjenigen, die nach Vorfahren aus Südpreussen (Teil des späteren
Großherzogtums Warschau) und Wolhynien suchen, kann ich nur dringend
empfehlen, sich bei der Liste

ger-poland-volhynia(a)...

anzumelden (Umgangssprache ist zwar Englisch, es wird auch ab und zu
aus dem Deutschen übersetzt).
Mailing list info at http://www.sggee.org/listserv .
Mitglieder der Liste haben Zugang zum Listenarchiv.
Die "Society for German Genealogy in Eastern Europe"
http://www.sggee.org, in Calgary/Canada ansässig, ist quasi Erbe der
"Wandering Volhynians". Auf den Webseiten des Vereins findet man viele
hilfreiche Informationen zur ursprünglichen Herkunft der deutschen
Siedler in diesen Gebieten und ihren Wanderungsbewegungen. Mitglieder
haben Zugang zur Vereins-Datenbank, die einem bei der schwierigen Suche
zusätzlich helfen kann. Einige besonders fleißige Mitglieder sind dabei
viele wichtige (hauptsächlich evangelische) Kirchenbücher auszuwerten
und die deutschen Namen heraus zu schreiben. Das mir besonders am
Herzen liegende Problem der "polonisierten" deutschen Namen wird erst
in jüngerer Zeit bearbeitet.

Die Siedler kamen ursprünglich aus allen Teilen des "Heiligen römischen
Reiches deutscher Nation" (hauptsächlich aus Würtemberg und Baden aber
auch aus den Nachbarregionen Preußens), der heutigen Schweiz und
Österreichs. Eine weitere Gruppe waren die weiter wandernden
Hugenotten. In der Literatur werden die neugegründeten Dörfer als
"Schwabensiedlung(en)" bezeichnet.

Da es in den Zielgebieten in Polen anfangs nur sehr wenige evangelische
Gemeinden gab, wurden die Siedlerfamilien entweder von den örtlichen
katholischen Pfarreien (dort wurden die Namen oft "polonisiert") oder
den evangelischen Pfarrern "nahegelegener Städte" betreut. Ab 1809
waren die Pfarrer gleichzeitig Standesbeamte. Die Beurkundung entsprach
dem napoleonischen "Code Civil". Amtssprache war Polnisch, ab 1868
Russisch (Kyrillisch). Um Erfolg zu haben MUSS man diese Urkunden
einbeziehen.

Die fleißigen Pioniere in "Mittelpolen" hatten sehr viele Nachkommen,
die dann weiter nach Osten wanderten (Wolhynien) um dort die
Familientradition fortzusetzen und Sumpflandschaften urbar zu machen.
Als der erste Weltkrieg und die Neubildung Polens die Verbindungen in
die ursprüngliche Heimat unterband, sind einige nach Deutschland zurück
gekehrt. Viele sind weiter in die Ukraine und bis nach Kasachstan
gezogen (später verschleppt worden). Sehr viele sind aber auch nach
Nord- und Südamerika ausgewandert.

Viel Forscherglück wünscht euch,

Reiner (Kerp)


P.S.: Mein Name (mit p! am Ende) kommt übrigens von der heutigen Stadt
Kerpen (genauso wie der des Ordensritters, der aber seine Burg in der
Eifel hatte).