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2004/06/19 20:58:57
Tilo Katzschmann
[OWP] (kein Betreff)
Datum 2004/06/19 22:05:14
AFlauss
Re: [OWP] Todesursache
2004/06/18 15:12:59
E_M_K
AW: [OWP] Suche nach Vorfahren oder lebenden Verwandten
Betreff 2004/06/30 17:29:24
Familie Steinheimer
[OWP] Suche NEUKRUG
2004/06/12 21:57:31
Hartmut Conrad
[OWP] Stammtisch Berlin
Autor 2004/06/28 14:51:27
Heiderose4140
[OWP] Danzig

[OWP] Suche nach Vorfahren und Ballethen

Date: 2004/06/19 21:33:41
From: Hartmut Passauer <haepass(a)...

Sehr geehrte Frau Krüger,

zu Ihren Vorfahren kann ich leider nichts beitragen, wohl aber zum Ort Ballethen (hier in Auszügen wiedergegeben)

von 1819 - 1828 war Johann Christian Hirsch Pfarrer in Puschdorf, der am 21.5.1777 zu Ballethen geboren und hier 9.1.1820 introduziert wurde, ging 7 Jahre darauf, im Jahre 1828, nach Nemmersdorf wo er 30.9.1827 introduziert wo er 26.2.1830 starb.

Zur Insterburgischen Inspektion gehörten 21 Kirchen, darunter:
Ballethen. 1599 fundiert . Die ersten Prediger waren: Joh. Kersten, Johann Georg von Dreben

Im ganzen Amte Insterburg waren nur in Insterburg und Georgenburg Kirchen. In beiden wurde nur deutsch oder lateinisch gepredigt, beides den Litauern unverständlich. Markgraf Albrecht ließ unter dem Erbhauptamtmann von Pein den Plan entwerfen, mehrere Kirchen in Litauen zu bauen. In den Jahren 1544 bis 89 wurden gebaut Gumbinnen Gawaiten Kattenau Kraupischken Kussen Nemmersdorf Pillupönen Stallupönen Szitkemen Tollmingkemen Zabienen. 1599 Ballethen, 1600 Walterkemen, 1603 Muldsgen. Jedem Dorf stand es frei sich zu welcher Kirche es wollte, zu halten. Lokal begrenzte Kirchspiele gab es nicht. Erst eine 1590 unter dem Fürstlichen Rat Ludwig von Ranter von Herzog Albrecht in Insterburg niedergesetzte Untersuchungs-Kommission, wies jedem Dorf seine Kirche an, zu welcher es sich halten mußte.

Nach der Einteilung von 1725 gehörten zum Erzpriestertum Wehlau die Kirchen: Puschdorf und Magistrat der Altstadt Königsberg.
Zum Erzpriestertum Insterburg die Kirchen :
Insterburg, Nemmersdorf, Tollmingkemen, Kathenau, Pelleninken, Enzuhnen, Walterkemen, Darkemen, Niebudzen, Istdaggen, Gawaiten, Ballethen, Gumbinnen, Dubeninken, Jodlauken, Kussen, Norkitten Patr. Fürst von Anhalt - Dessau, Muldschen, Dietlauken Patr. General de la Cave, Malidschken, Georgenburg, Kraupischken, Salau, Aulowöhnen, Sadweitschen und Judschen.


Rittmeister Otto Friedrich von Tredewitz, Besitzer von Mentzelswalde hatte die Ansehung auf den Ländereien des Vorwerks Endwallen. Dafür wurden ihm 8 Huben, 15 Morgen, 78 Quadratruten von Endwallen in Erbpacht überlassen für 200 Rth Erbstandsgeld von Trinitatis 1805 (9.6.1805) ab und gegen einen Erbpachtzins von dem Wert von 414 Scheffel Roggen und 55 1/2 Scheffel Gerste nach dem Marktpreis von Königsberg von 1774 bis 1804 von 1 Rth 15 Sgr. pro Scheffel Roggen 1 Rth 15 Sgr und 78 Sgr pro Scheffel Gerste, macht 96 Rth 18 Sgr Erbpachtzins. Von 30 zu 30 Jahren soll dieser Erbzins nach dem Königsberger Durchschnittspreis reguliert werden. Außerdem soll er jährlich 6 Scheffel u. 6 Metz Roggen a´60 gr preuß. an ein Königsberger Magazin abliefern. Laut Erbpachtsvertrag vom 4.3.1805. Von Tredewitz verkaufte lt. Vertrag vom 30.9.1806 an den Amtmann Johann Friedrich Kniest von Ballethen für 14.100 Rth. Aus dem Hypothekenschein geht hervor, daß 1799 Martin Emanuel Baltzuweit Besitzer von Mentzelswalde war. 1828 wurde es in der Subhastation dem Kaufmann Mathias Vogelreuter aus Darkemen für 3600 Rth zuerkannt. Vogelreuter löste die Naturallieferung von 6 Scheffel u. 6 Metz Roggen durch Kapitalszahlung von 36 Rth 15 Sgr ab. Laut Anerkenntnis der Regierung in Gumbinnen vom 16.5.1835. Ebenso löste er die dem Fiskus zustehende niedere Jagd ab, durch Zahlung von 166 Rth. Mittlere und hohe Jagd blieb dem Fiskus laut Vertrag vom 24.10.1830. Laut Vertrag vom 27.6.1861 wurde der veränderliche Kanon im Wert von 414 Scheffel Roggen und 55 1/2 Scheffel Gerste in eine unveränderliche Grundabgabe von 113 Rth 24 gr 8 Pfg verwandelt die zur Hälfte am 1. Juni und 1. Dezember jeden Jahres fällig ist.

Die im Besitz des Gutsbesitzers Müller zu Ballethen befindliche Parzelle der Domaine Rogaischen ist von der Domaine abgetrennt und zum Gemeinde-Bezirk des kölmischen Gutes Ballethen geschlagen. - Amtsblatt 1868 S. 63 -

Ballethen,
Von Gottes Gnaden wir Johann Siegmund Markgraf von Brandenburg pp. tun kund und bekennen hiermit vor unseren Erben und Erbnehmern und nachkommende Herrschaften, gegen jedermänniglich insonderheit denen hier daran gelegen und solches zu wissen von Nöten. Nachdem unsere samländischen Haushaltungs-Visitatoren in einer Untersuchung des Amtes Insterburg befunden, daß der Hauptmann daselbst vor der Zeit viel Huben uns zum Besten um ein geringes Kaufgeld und Zins verkauft und ausgetan. Als haben die Visitatoren mit den Leuten welche Huben gekauft, aber um einen Zins angenommen und noch keine Verschrei-bung darüber von uns erlangt, fernerer Handlung gepflogen und ihnen die Kauf-Summe und Zins etlicher Maßen erhöht. Wie sie denn mit David Grüneberg und Hans Waitke welche sieben Huben und ein Krugrecht zu Bratrieken und Ballethen vom Christoph Grauen ererbt, sich des Kaufes und Zinses halber verglichen. Über welche Vergleichung und getroffenen Kauf, so von unseren Haushaltungs-Visitatoren, David Grüneberg und Hans Waitke einen Abschied erteilt, sie unsere gnädigste Konfirmation gesucht und gebühren sie welche Vergleichung und gegebenen Abschied. Wir gütigst gewilligt und denselben hiermir konfirmieren wollen, lautet und unserer sämtlichen Haushaltungs-Visitatoren Vergleichung und gegebener Abschied des Kaufes und Zinses halber über die sieben Huben und das Krugrecht von Wort zu Wort wie folgt. Demnach zur Haushaltung samländischen Kreises abgeordnete Herrn Visitatoren unter anderem einen Befehl haben, mit den Leutchen in Insterburg welche hintevor Huben um ein geringes Kaufgeld und Zins an sich gebracht und über dieselbe keine Verschreibung haben, Handlung zu pflegen, daß sie ein mehreres an Kaufgeld und Zins geben sollen und befunden, daß Christoph Grau seel. gewesener Amts-Schreiber zu Insterburg bei des von der dieselben Zeit, eine Hube Übermaß Land zu Bratriken im Matheischen Schulzen Amt liegend von fünfzig Mark, dieselbe mit drei Mark jährlich zu verzinsen den auch in Ballethen in selbigem Schulzen Amt ein Krugrecht vor hundert Mark erborgt, vier Huben jeder vor fünfzig Mark mit drei mark alle Jahr zu verzinsen uns vom Schank sechs Mark Zapfgeld zu geben, laut einer Abschrift eines ausgewiesenen fürstlichen Befehls de Anno 1604 erkauft und gezahlt, dieselben fünf Huben auch nebst dem Kruge ... Grau seel. und nach seinem Tode die Witwe dergestalt gegen Leistung der im Befehl enthaltenen Pflicht nur gehabt, genossen und gebraucht mit welchen Zins aber die Herren Visitatoren nicht allerdings haben können zufrieden sein. Als ist mit David Grüneberg gewesenen Korn Schreiber zu Insterburg so des Grauen seel. Witwe geehelicht und den mit dem jetzigen Amts Schreiber zu Insterburg, Hans Waitke, welcher des Grauen Tochter geehelicht wegen der fünf Huben und Krug-Recht auf gnädigste Ratifikation der Herrschaft folgende Vergleichung geschehen. Weil Grau etliche Jahre lang treulich gedient und bei solchen seinen Diensten wenig vor sich gebracht, sondern etliche Tausend Mark Schulden hinter sich gelassen davon die Witwe und Erben noch zu zahlen haben, Grüneberg und Waitke auf etliche Jahre lang der Herrschaft treulich gedient, Waitke auch noch dient und auch noch dienen kann, daß sie des seel. Grauen Erben und Erbnehmern bei dem Kauf der fünfzig Mark von jeder Hube und erkauften Krugrecht zu Ballethen, nebst Erlegung jährlich sechs Mark Zapfgeld bleiben sollen, was aber den Zins anlangt, sind sie in der Güte behandelt daß er hinfüro auf künftige Martini dieses 1615 Jahres anzufangen, jede Hube mit vier Mark jährlich zu verzinsen und nach wie vor die Aufsicht bei der Mühle auf die Schleusen, Wasserbett, Graben und anderes zu haben, daß kein Schaden entstehe schuldid sein sollen. Weil über dieses alles noch zwei Huben im selbigen Dorf Ballethen des Grauen Erben eingeräumt sein, die sie nicht gezahlt sondern nur mit 3 1/2 Mark jede Hube verzinst haben, welches man nicht länger passieren haben lassen können, also ist mit ihnen gehandelt auf Ratifikation der Herrschaft, daß sie jede Hube mit Hundert Mark zahlen und gleich den anderen mit vier Mark jährlich verzinsen sollen, wie sie denn die zwei hundert Mark als dann bar ins Amt erlegen müssen, dagegen sollen sie die sieben Huben mit samt dem Krugrecht erblich zu kölmischen Rechten aller Beschwer und aller Pflichten frei zu ihrem Besten inne haben, besitzen, genießen und gebrauchen und daß Haus Bierschän-ke entnommen sein, wie sie denn um ihre Verschreibung über solche sieben Huben und Kru-grecht bei den Herrn Ober Räten zu Königsberg gebührlich anzuhalten hiermit verwiesen werden. Insterburg den 24. Marty 1615.
Andrehs von Kreutzen
Gerlach von Gaudecker
Casper von Lohsau

Konfirmieren und bestätigen demnach hiermit aus Kurfürstlicher Macht und Obrigkeit vor uns unsere Erben und Erbnehmern und nachkommende Herrschaften oben einverleibt unserer samländischen Haushaltungs - Visitatoren Vergleichung und gegebenen Abschied über sieben Huben und das Krugrecht zu Ballethen und Bratriken im Amt Insterburg im Matheischen Schulzen Amt, gebieten und wollen, daß hinfuro von unseren Beamten zu Insterburg und männiglich in allen Punkten und Klauseln stets fest und unverbrüchlich gehalten werde. Urkundlich mit unserem Kurfürstlichen Sekret bekräftiget. Gegeben Königsberg den 18. Februar 1619.
Fabian Grf. zu Dohna
Hans Truchses zu Wetzhausen
Hans Albrecht Bork Kurfürst Friedrich Wilhelm erteilte durch Urkunde Königsberg den 28. März 1645 seinem Landrat und Hauptmann zu Insterburg Friedrich von Dobeneck auf sein Ansuchen die Erlaubnis im Dorf Gr. Ballethen einen Krug an der Kirche anlegen zu dürfen, legte ihm auch eine Hufe Landes dazu nebst notdürftiges freies Brennholz ohne Entgeltung, ausgenommen jährlich 6 Mark Zapfengeld, alles zu kölmischen Rechten. Dieser Krug kam später an das Gut. - Pr. Arch. 1791. 498-

Durch Urkunde vom 23. April 1638 verlieh Georg Wilhelm dem Krüger Albrecht Stangenwald zu Gr. Ballethen drei wüste Huben im Dorf Groß Ballethen zu kölmischen Rechten. Stangenwald gab für jede Hufe 80 Mark Kaufgeld und zu Michaelis jeden Jahres 6 Mark Zins von der Hube. Was auf allgemeinen Landtagen laudiert und bewilligt wurde, Kontribution, Schoß, Kirchen-dezem und solche Landbeschwerden deren sich niemand entbrechen kann, mußte Stangen-wald mit übernehmen, von allen anderen Verpflichtungen und Scharwerk war er frei.

Der Müller Siegfried Haupt zu Ballethen erhielt durch Erbverschreibung vom 30.1.1783, cf. Berlin 27. Februar 1783, die im Besitz habenden 15 Morgen oletzkoisch erb- und eigentüm-lich überschrieben. Er hatte dieselben 1753 von dem Scharwerksbauer Caspereitis aus Balle-then angenommen, desgleichen die ihm seit undenklichen Zeiten zugehörige im Dorf Ballethen belegene 1 Hufe oletzkoisch auch erb- und eigentümlich gegen 20 Rth 59 gr 6 Pf jeden Jahres an das Amt Gudwallen zu Martini zu zahlenden Zinses.

Die Vererbpachtung des Amts Gudwallen mit seinen Vorwerken war durch Kabinettsorder vom 7.8.1803 und 10.10.1804 genehmigt. Ein Abschnitt vom Vorwerk Ragaischen von 6 Hu-ben 23 Morgen 28 Quadratruten magdeburgisch Weideland kam an den Besitzer von Balle-then Kondukteur Rade und die Dorfschaft Ballethen in Erbpacht, welche Meistbietende ge-blieben mit einem Einkaufsgeld von 700 Rth und einem Erbpachtzins der für die nächsten 30 Jahre auf 31 Rth 58 gr 15 Pf (1/4 in Gold) bestimmt war, laut Erbverschreibung Gumbinnen 7.6.1805 cf. Berlin 6.10.1806. Die Erbpacht begann Trinitatis 1805 (9.6.1805). Der Zins bestand in 13 1/2 Scheffel Roggen und 18 1/2 Scheffel Gerste Wert, nach dem Königsberger Marktpreis, soll alle 30 Jahre reguliert werden.

Zum Gut Ballethen gehörten bis 1814 zwei Krüge, deren einer in jenem Jahr abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde. 5 Eigenkätner aus dem Dorf zahlen an das Gut a 3, 3, 2, 1 und 1 Rth Grundzins weil sie bei der Separation auf Ländereien angesetzt die ehemals zum Gut gehörten. Das ganze Gut brannte 1814 ab und wurden damals sämtliche Gebäude neu erbaut. Die Gebrüder Simon Gotthard und Ludwig Ferdinand Hellenstein erstanden Ballethen in notwendiger Subhastation lt. Adjudikation vom 7.6.1825 für 12000 Rth. 14000 Rth standen damals für verschiedene milde Stiftungen unter Verwaltung des Magistrats in Königsberg, auf Ballethen eingetragen, davon gingen 2000 Rth verloren. Der Besitzer von Ballethen war 1.6.1798 Amtmann Spaeth.

Nach der Urkunde vom 15.10.1827 erwarb Ludwig Ferdinand Hellenstein das alleinige Eigentum an Ballethen. Oberamtmann Cramer besaß Ballethen vor 1820. Gustav Müller kaufte von Ferdinand Hellenstein für 28000 Rth lt. Vertrag vom 1.11.1849. Dieser entsagte der Frei-Brennholz-Gerechtigkeit aus der Verleihungsurkunde vom 28.3.1645 gegen Erlaß von 10 Rth 24 gr Domainenzins lt. Rezeß vom 24.5.1852. Er kaufte ferner lt. Vertrag vom 17.5.1865 das Grundstück Ballethen 31 für 130 Rth.

Ballethen wurde dem General von Dobeneck von Friedrich dem Großen geschenkt. Die Mühle kaufte Müller erst wieder an. Der Gutshof war früher Pfarrhof und umgekehrt, der Tausch soll bei der Separation stattgefunden haben damit jeder seinen Hof auf seinem Land hätte.

Der Bischof Kettler von Marug lag als Husaren-Offizier sechs Wochen lang beim Superintendenten Krüger in Ballethen in Quartier, als Führer eines Remonte- Kommmandos. Er diskutierte damals schon gern über Theologie, was ihn aber nicht abhielt, sich im Kruge zu Warnascheln zu besaufen.

Herzliche Grüße
Ihr

--
Hartmut Passauer
haepass(a)...

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