Monatsdigest

[AK-Mueller] Vorstellung

Date: 2017/09/26 00:29:11
From: Walter Hess <ahnen(a)hessline.de>

Sehr geehrte Forschungsgemeinde,

mit Ahnenforschung begann ich im Jahre 1990. Damals nach dem Tod meiner Tante (mütterlicherseits) sah ich zum ersten mal deren Ariernachweis. Dieses "Dokument" bildete das Grundgerüst meiner Ahnenforschung.
Ich wohne in Karlsruhe und bin 60 Jahre alt.

Ich meldete mich hier an weil ein toter Punkt in meinem Stammbaum die Herkunft eines Müllers aus "Dünkelspiel" ist.

Mit freundlichem Forschergruß
 Walter (Heß)

Re: [AK-Mueller] Vorstellung

Date: 2017/09/26 09:37:42
From: Christian Kirchner via Ak-Mueller-L <ak-mueller-l(a)genealogy.net>

Hallo Walter!

Dabei wird es sich sicher um Dinkelsbühl handeln. Die Schreibweise habe ich auch schon gesehen.

Viele Grüße
 
Christian Kirchner
Dipl.-Archivar (FH)
Vorsitzender/ordförande AGT
Mitglied im DAGV-Vorstand/medlem i styrelsen för Tysklands Släktforskarförbund
Mitglied/medlem AGT, GFF, AGoFF, CompGen, g-gruppen, Genealogiska Föreningen
Burgstädter Straße 7
09212 Limbach-Oberfrohna
www.genealogie-thueringen.de
--
22.-24.09.2017 69. Deutscher Genealogentag in Dresden



Von: Walter Hess <ahnen(a)hessline.de>
An: ak-mueller-l(a)genealogy.net
Gesendet: 0:29 Dienstag, 26.September 2017
Betreff: [AK-Mueller] Vorstellung

Sehr geehrte Forschungsgemeinde,

mit Ahnenforschung begann ich im Jahre 1990. Damals nach dem Tod meiner
Tante (mütterlicherseits) sah ich zum
ersten mal deren Ariernachweis. Dieses "Dokument" bildete das
Grundgerüst meiner Ahnenforschung.
Ich wohne in Karlsruhe und bin 60 Jahre alt.

Ich meldete mich hier an weil ein toter Punkt in meinem Stammbaum die
Herkunft eines Müllers aus "Dünkelspiel" ist.

Mit freundlichem Forschergruß
 Walter (Heß)

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Ak-Mueller-L mailing list


[AK-Mueller] Ein Müller aus Dünckelspiel

Date: 2017/09/26 16:09:45
From: Walter Hess <ahnen(a)hessline.de>

Liebe Forschungsgemeinde,

mein Vorfahre Joannis Andream MANTS (oriundum ex Dünckelspiel molarum), so hat es der Pfarrer damals geschrieben, ist vermutlich aus Dinkelsbühl. Er hat am 10.10.1777 in Daxlanden, heute ein Stadtteil von Karlsruhe, geheiratet. Sein Vater war Antonius MANTS, ebenfalls aus Dünckelspiel. Joannis Andream MANTS war in Daxlanden lutherischer Müller in der Appenmühle. Benedikt Schwarz widmete dieser Mühle ein ganzes Kapitel in seinem Heimatbuch "Grünwinkel und seine Umgebung".
Zu erreichen ist diese Kapitel über nachfolgenden Link.
https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/pageview/2960554

In den Kirchenbüchern der für die Region von Karlsruhe zuständigen Pfarreien sind keine weiteren Angaben zu Joannis Andream MANTS zu finden.

Letzte Woche suchte ich vor Ort vergeblich nach dem Namen MANTS in den evangelischen Kirchenbüchern von Dinkelsbühl. Auch über den Historischen Verein Alt Dinkelsbühl e. V. und das Stadtarchiv Dinkelsbühl konnte ich keine weiterführenden Informationen erhalten.

Informiert man sich in Wikipadia über Dinkelsbühl erfährt man, dass die Große Kreisstadt Dinkelsbühl 67 Ortsteile hat. Darunter befinden sich nachfolgende Ortsteile mit Mühle im Ortsnamen. Insofern wundert es mich nicht, dass ich in den Kirchenbüchern von Dinkelsbühl noch nicht fündig wurde.

    Beutenmühle
    Froschmühle
    Gaismühle
    Hammermühle
    Hardmühle
    Hausertsmühle
    Kemmleinsmühle
    Knorrenmühle
    Kobeltsmühle
    Lohmühle b.Neustädtlein
    Neumühle bei Radwang
    Neumühle bei Weidelbach
    Reichertsmühle
    Scheckenmühle
    Unsinnige Mühle (Ölmühle)
    Walkmühle

Es ist anzunehmen, dass die Ortsnamen auf Mühlen zurückzuführen sind.

Wie muss man sich die Ausbildungszeit und das Arbeitsleben eines um das Jahr 1777 lebenden Müllers vorstellen ? Sicherlich wurde man Müller weil bereits der Vater Müller war und als Sohn dieses Handwerk durch Mithilfe erlernte.
Ging man in die Lehre und auf die Walz ?
War man selbst Besitzer der Mühle, Pächter der Mühle oder am wahrscheinlichten nur als Angestellter in einer Mühle tätig ? Welche beruflichen Gründe können dazu geführt haben, dass Joannis Andream MANTS von Dinkelsbühl nach Karlsruhe auszog ?

Mit freundlichem Forschergruß
 Walter (Heß)

[AK-Mueller] Ein Müller aus Dünckelspiel

Date: 2017/09/26 17:02:16
From: Thomas Engelhardt <ThomasEngelhardt2(a)gmx.de>

Hallo Herr Hess,

das sind viele Fragen, die an sich eine ausführlichere Antwort erfordern.
Müller entstammten nicht in jedem Falle Müllerfamilien.
Eine systematische Analyse von Volkmar Weiß ergab, dass nur etwa 25 % der
Müller Müller zum Vater hatten.
Oft gingen Müller auch aus Bäckerfamilien hervor.

Weiss, Volkmar: Müller und Müllerssöhne im sächsischen Erzgebirge und Vogtland in den Tälern und Nebentälern der Zwickauer Mulde, Zschopau und Weißen Elster (1540-1721). Neustadt/Aisch: Degener 1996. 660 Seiten (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye 27).
(mit einer einleitenden Sozialgeschichte) 

Seltener aus anderen Handwerken. Das war u.a. auch der Tatsache der
sog. Unehrlichkeit dieses Berufstandes geschuldet.
Zwar war diese Unehrlichkeit behöderlicherseits und auch gesetzlich im 18. Jh.
bereits überwunden, hielt sich als Vorurteil jedoch in der Volksauffassung nach wie
vor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Unehrlicher_Beruf

Die Lehrzeit umfasste i.d.R. vier Jahre. Im Anschluß dann die oft jahre- bis jahrzehntelange
Gesellenzeit.
Eine Walz in dem Sinne kannten die Müller nicht. Wohl aber wanderten auch sie oft lange
Strecken und gingen mehr oder wenige lange Dienstverträge ein.
Unter meinen eigenen Müllervorfahren tritt eine Wanderdistanz über 150 km nachweisbar.
In der Regel erstreckten sich die Wanderradien aber über kürzere Distanzen innerhalb eines
definierten Raumes (meistens, jedoch nicht ausschließlich innerhalb eines polit. Terr.).

Müllergesellen blieben überwiegend einige Jahre in einer Mühle, in einem Dienstverhältnis,
ehe sie wechselten. Anzustrebendes Zwischenziel war in jedem Fall die Erlangung des Meistertitels,
da nur der den Erwerb der eigenen Mühle (gleich ob als Pachtmüller oder Eigentumsmüller) möglich
machte.
Hauptsächliches Ziel jeden Müllers war letztlich der Erwerb der eigenen Mühle, weil nur auf diesem
Wege der entsprechende Verdienst möglich wurde (und damit der eigene Wohlstand ermöglicht).
Drei gängige Wege waren dazu grundsätzlich möglich:
Pacht einer Mühle
Kauf einer Mühle
Einheiratung in eine Mühle (Müllerstochter oder Müllerwitwe).

Dem standen jedoch regelmäßig Hindernisse entgegen, nicht zuletzt die rel. begrenzte Zahl der
Mühlen im Verhältnis zur Zahl der Müller.
Kurz gesagt gab es mehr Müller als freie oder frei werdende Müllermeisterstellen bzw. Mühlen.
Beachtet werden muss ebenso die hohe Spezialisierung der Müller (neben Getreide- bzw. Mahlmüllern
gab es die unterschiedlichsten Müller (Lohmühlen, Walkmühlen, Graupenmühlen, Ölmühle usw.).
Das Haupthindernis aber fast stets fehlendes Kapital.
Müllersöhnen fiel es naturgemäß am leichtesten, eine Mühle käuflich zu erwerben (das war nicht in
jdedem Fall die väterliche Mühle).
Üblicher Lebensweg war deshalb nach derGesellenzeit und dem Meistertitel der Pacht einer oder
in Folge auch mehrerer Mühlen (Pachtzeiten währten üblicherweise drei Jahre), bevor nach oft jahrelanger
Existenz als Pachtmüller der Kauf einer Mühle gelang.
Leichter war es und schneller ging es, wenn der angehende Müller in eine Mühle einheiratete, wobei
die Heirat einer Müllerstochter mindestens ebenso häufig war die Heirat einer Müllerwitwe.
Die Müllerwitwe war, um die Weiterführung des Geschäftsbetriebes zu gewährleisten, sogar auf einen
Müllermeister angewiesen, so dass solche Ehen rel. häufig vorkamen.

Wanderungen von Müllern auch über größere Distanzen waren demzufolge einzug existentiell bedingt.

Freundliche Grüße aus Niedersachsen, Thomas Engelhardt



Weiss, Volkmar: Müller und Müllerssöhne im sächsischen Erzgebirge und Vogtland in den Tälern und Nebentälern der Zwickauer Mulde, Zschopau und Weißen Elster (1540-1721). Neustadt/Aisch: Degener 1996. 660 Seiten (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye 27).

Dieses Buch zur mitteldeutschen Müller-Berufs-Geschichte, mit einer einleitenden Sozialgeschichte und Bibliographie des Müllerberufes und methodischen Hinweisen zur Verkartung von Sonderberufen liegt seit August 2011 beim Cardamina-Verlag in 2. Auflage vor; über 700 Seiten, A4, Preis 45 Euro.





Wie muss man sich die Ausbildungszeit und das Arbeitsleben eines um das
Jahr 1777 lebenden Müllers vorstellen ?
Sicherlich wurde man Müller weil bereits der Vater Müller war und als
Sohn dieses Handwerk durch Mithilfe erlernte.
Ging man in die Lehre und auf die Walz ?
War man selbst Besitzer der Mühle, Pächter der Mühle oder am
wahrscheinlichten nur als Angestellter in einer Mühle tätig ?
Welche beruflichen Gründe können dazu geführt haben, dass Joannis
Andream MANTS von Dinkelsbühl nach Karlsruhe auszog ?

[AK-Mueller] Müller in Polen

Date: 2017/09/26 19:02:48
From: Paul Rakow via Ak-Mueller-L <ak-mueller-l(a)genealogy.net>

 Hallo,

    Gibts hier jemand der Quellen fuer Muellern in Polen kennt?

    Meine Vorvater, Gottfried Gruenke / Boguslav Krynke war ein
 Mueller in der Raum um Lodz. 1789 war er Mueller in Slowak, unweit
 von Beldow; dann um 1795 war er der Mueller in Lubnia, bei Parzno.

     Welche Quellen soll man in die Archive suchen?  Gibt es Buecher
 ueber Muellern in Polen?

          Fuer jeder Hinweis Dankbar,

                  Paul Rakow