Monatsdigest

[AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11. 09

Date: 2010/02/14 06:19:02
From: MetzkeJena <MetzkeJena(a)aol.com>

2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung"
 
Am Wochenende 7./8. November 2009 traf sich der Arbeitskreis „Müller- und Mühlenforschung" zum zweiten Mal in Bad Sulza. Neben dem fachlichen Austausch sollten vor allem auch Arbeitsrichtungen für die Zukunft festgelegt werden. Auch wenn einige Teilnehmer der vorjährigen Tagung leider, vorwiegend aus beruflichen Gründen, verhindert waren, hatte sich wieder ein Teilnehmerkreis zusammengefunden, der ein breites Themenspektrum zur Müller- und Mühlengeschichte vortragen konnte. Die Beiträge deckten ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen ab. Dr. Rudolf Vandré trug neue und interessante Ergebnisse vor,
die die sog. Unehrlichkeit der Müller in ihrer sozialen Auswirkung weitgehend in Frage stellen. Er konnte belegen, daß die Müller offensichtlich „am äußersten Rand der Randgruppen" rangierten und daß die Zahl der Unehrlichkeitskonflikte bei Müllern auffallend gering ist. In Goslar konnten Müller seit Ende des 16. Jahrhunderts nachweislich das Bürgerrecht erwerben, Müllertöchter Handwerker heiraten und Müllersöhne ein zünftiges Handwerk erlernen. Unabhängig davon war in den Geburtsbriefen bis 1732 die Formulierung
„keines Schäffers, Zöllners, .........., Bachmüllers ......... Kind" enthalten. Wahrscheinlich passte man die Eidesformel bei Bedarf der Situation an. Abschließend wurden zahlreiche namentliche Belege für Heiraten von zünftigen Handwerkern mit Müllerstöchtern aus der Region Pommern vorgestellt. Dr. Hermann Metzke berichtete über Streitigkeiten um den Mahlzwang, die in den Unterlagen der Abteilung Dessau des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt dokumentiert sind. Dabei geht es mehrheitlich um Situationen, bei denen die zuständige Zwangsmühle nicht in der Lage war, das zugeführte Getreide rechtzeitig zu
mahlen, sei es, daß eine Wassermühle wegen Trockenheit oder winterlicher Witterungsbedingungen oder eine Windmühle wegen Windstille nicht arbeitsfähig war. Prof. Dr. Günther Schweizer stellte eine eingehende Untersuchung der Geschichte der Mühlen und der Müllerfamilien im Reichenbachtal bei Stuttgart vor. Die Mühlen waren im ausgehenden Mittelalter Eigentum der Landesherrschaft, an die Abgaben entrichtet werden mußten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kauften berufsfremde Personen, meist wohlhabende Stadtbürger, Universitätsprofessoren u.ä., die Mühlen als Kapitalanlagen, um sie dann weiterzuverpachten.
Etwa seit Beginn des 18. Jahrhunderts gingen die Mühlen dann meist in den Besitz von Müllern über. Jürgen Kniesz berichtete über die Geschichte der Wassermühle in Röbel an der Müritz im Zeitraum vom 13. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen lokal- und sozialgeschichtlichen Details. Bernd Thiel referierte über den derzeitigen Stand seiner Arbeiten zur Müller- und Mühlenforschung in Brandenburg. Sein Arbeitsgebiet ist Brandenburg etwa in den Grenzen von 1900 einschließlich nur zeitweilig zu Brandenburg
gehöriger Gebiete, ggf. auch einzelne Mühlen benachbarter Territorien in Grenznähe. Zur mittelalterlichen Mühlengeschichte Brandenburgs sind als Quellen vor allem klösterliche Aufzeichnungen (Neuzelle, Lehnin, Chorin etc), das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 und der Codex diplomaticus Brandenburgensis. Auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Heimatstuben und Museen, Ortschronisten und Mühlenvereinen wurde ausdrücklich hingewiesen. Die von Autor betreute brandenburgische Müllerkartei umfasst Angaben zu etwa 3000 Mühlen, die selbstverständlich nicht alle gleichzeitig existierten, sowie zu ca. 2000 Müllern und 300 Müllerehefrauen.  Außerdem verfügt er über ein Literaturverzeichnis zu Brandenburger Mühlen und ihrer Technik. Zahlreiche interessante Bilder rundeten den Vortrag ab. Zur Ergänzung seiner Unterlagen sucht der Autor weiterhin Ergänzungen zu Mühlen und Müllern, Material zur Lebensweise von Müllerfamilien und historische Mühlenbilder aus seinem Forschungsbereich. Der zweite Tag begann mit einem Vortrag von Steffen Rödiger zu den Mühlen an der Kleinen Wipper und dem Helbe-System bei Bad Frankenhausen, künstlichen Wasserläufen in Nordthüringen und eine ingenieurtechnische Meisterleistung des Mittelalters. Im weiteren Verlauf war der Tag dann der Diskussion von technischen Vorhaben des Arbeitskreises vorbehalten. Nachdem die Vereinsmailingliste dank der Aktivitäten von René Gränz und Bernd Thiel reibungslos funktioniert, lag der Schwerpunkt der Erörterungen auf der Einrichtung einer Datenbank. Einleitend demonstrierte Dr. Metzke einen Familienkreis, dem zwar eine Anzahl Müller, aber ebenso zahlreiche Angehörige anderer Berufsgruppen angehörten. Daraus ergibt sich die Frage, ob das Ziel eine ausschließlich auf Müller begrenzte Datenbank sein soll oder ob man auch komplexere Zusammenhänge erfassen will. René Gränz stellte in seinem ausführlichen Vortrag zu diesem Thema verschiedene Möglichkeiten vor, die im Rahmen des Programmspektrums des Vereins für Computergenealogie realisiert werden könnten. Er diskutierte u.a. die Vor- und Nachteile des Genwiki auf dem Deutschen Genealogieserver, der Höfeseiten auf dem Genwiki als Modell für eine entsprechende Mühlenerfassung, eines Müllerfamilienbuchs nach dem Vorbild der Ortsfamilienbücher und einer Datenbankanwendung auf PGV-Basis. Als Alternative referierte Marie-Luise Carl über die in der Entwicklung befindliche quellenbasierte Datenbank „Gedbas for all" des Vereins für  Computergenealogie, die insofern eine optimale Lösung wäre, als auch eine Erfassung
komplexerer Familienzusammenhänge damit ermöglicht würde. In der Diskussion wurde
Übereinstimmung erzielt, daß man eine Insellösung nicht anstreben sollte. Es ist geplant, sich an der Datenbank des Compgenvereins zu beteiligen. René Gränz wird vorerst die Koordination übernehmen.
Keine befriedigende Lösung konnte bezüglich der Literaturdatenbank erzielt werden. Martin-
Michael Rexilius musste die Aufgabe aus beruflichen Gründen abgeben. Wenn sich kein Be-
arbeiter dafür findet, muß diese Aufgabe vorerst zurückgestellt werden. Die meisten Vorträge der Tagung wurden in Heft 4/2009 der Zeitschrift „Genealogie" veröffentlicht, das beim Verlag Degener & Co., Am Brühl 9, 91610 Insingen, zum Preis von 12,30 € bezogen werden kann.
                                                                                                     Hermann Metzke
 
 

[AK-Mueller] Unehrlichkeit der Müller

Date: 2010/02/14 12:13:42
From: Tobias A. Kemper <kemper(a)lenz-kemper.de>

Guten Tag,

Stichwort "Unehrlichkeit" aus dem Tagungsbericht:

Dr. Rudolf Vandré trug neue und interessante Ergebnisse vor, die die sog. Unehrlichkeit der Müller in ihrer sozialen Auswirkung weitgehend in Frage stellen. Er konnte belegen, daß die Müller offensichtlich ?am äußersten Rand der Randgruppen" rangierten und daß die Zahl der Unehrlichkeitskonflikte bei Müllern auffallend gering ist.

Ich nehme die Formulierung aus den Geburtsbriefen zur Kenntnis. Andererseits möchte ich aber doch fragen, wo es eine klar erkennbare Unehrlichkeit der Müller überhaupt gab.

Wenigstens in meinen Forschungsgebieten ist mir dergleichen noch gar nicht begegnet; ich habe sogar den Eindruck, dass Müller eher zu den wohlhabenden und angeseheneren Bevölkerungsgruppen gehörten.

Das betrifft etwa das Herzogtum Westfalen, wo Müller und wohlhabende Bauern durchaus untereinander heiraten. Die Soester Toversichtsbriefe enthalten immer die Zusicherung der ehelichen Geburt und der persönlichen Freiheit, aber Unehrlichkeit spielt, soweit ich sehe keine Rolle.

Bei den zahlreichen Mühlen im Bergischen Land sehe ich auch nicht, dass Müller eine negativ stigmatisierte gesellschaftliche Gruppe gewesen seien. Auch für das Saarland habe ich nciht diesen Eindruck.

Wo gab es denn eine klar erkennbare Müllerunehrlichkeit?

Gruß

Tobias A. Kemper

Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit der Müller

Date: 2010/02/14 16:14:29
From: Hermann Kleitner <hermannthegerman1(a)yahoo.de>

Lieber Herr Kemper
Sie müssen einmal eine Mühlenordnung durchlesen dann kommen Sie darauf woher die Unehrlichkeit herkommt.
Die Mühlenordnung vom Rieß lässt manches erkennen.
Mit freundlichen Grüße
Mühlenforscher Hermann Kleitner
Ich kann Ihnen mein Buch empfehlen, Die Mühlen an der Kessel 35€ ,dort ist eine Mühlenordnung zu sehen.
Die Müller waren bei der Herrschaft immer gut angesehen wegen der abgaben.


Von: Tobias A. Kemper <kemper(a)lenz-kemper.de>
An: ak-mueller-l(a)genealogy.net
Gesendet: Sonntag, den 14. Februar 2010, 12:13:41 Uhr
Betreff: [AK-Mueller] Unehrlichkeit der Müller

Guten Tag,

Stichwort "Unehrlichkeit" aus dem Tagungsbericht:

> Dr. Rudolf Vandré trug neue und interessante Ergebnisse vor, die die sog. Unehrlichkeit der Müller in ihrer sozialen  Auswirkung weitgehend in Frage stellen. Er konnte belegen, daß die Müller  offensichtlich ?am äußersten Rand der Randgruppen" rangierten und daß die Zahl  der Unehrlichkeitskonflikte bei Müllern auffallend gering ist.

Ich nehme die Formulierung aus den Geburtsbriefen zur Kenntnis. Andererseits möchte ich aber doch fragen, wo es eine klar erkennbare Unehrlichkeit der Müller überhaupt gab.

Wenigstens in meinen Forschungsgebieten ist mir dergleichen noch gar nicht begegnet; ich habe sogar den Eindruck, dass Müller eher zu den wohlhabenden und angeseheneren Bevölkerungsgruppen gehörten.

Das betrifft etwa das Herzogtum Westfalen, wo Müller und wohlhabende Bauern durchaus untereinander heiraten. Die Soester Toversichtsbriefe enthalten immer die Zusicherung der ehelichen Geburt und der persönlichen Freiheit, aber Unehrlichkeit spielt, soweit ich sehe keine Rolle.

Bei den zahlreichen Mühlen im Bergischen Land sehe ich auch nicht, dass Müller eine negativ stigmatisierte gesellschaftliche Gruppe gewesen seien. Auch für das Saarland habe ich nciht diesen Eindruck.

Wo gab es denn eine klar erkennbare Müllerunehrlichkeit?

Gruß

Tobias A. Kemper
_______________________________________________
Ak-Mueller-L mailing list
Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l

__________________________________________________
Do You Yahoo!?
Sie sind Spam leid? Yahoo! Mail verfügt über einen herausragenden Schutz gegen Massenmails.
http://mail.yahoo.com

Re: [AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11. 09

Date: 2010/02/14 16:16:28
From: Hermann Kleitner <hermannthegerman1(a)yahoo.de>

Ich kann Ihnen mein Buch die "Mühlen an der Kessel "empfehlen 35€
Hermann Kleitner


Von: "MetzkeJena(a)aol.com" <MetzkeJena(a)aol.com>
An: ak-mueller-l(a)genealogy.net
Gesendet: Sonntag, den 14. Februar 2010, 6:18:47 Uhr
Betreff: [AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11.09

2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung"
 
Am Wochenende 7./8. November 2009 traf sich der Arbeitskreis „Müller- und Mühlenforschung" zum zweiten Mal in Bad Sulza. Neben dem fachlichen Austausch sollten vor allem auch Arbeitsrichtungen für die Zukunft festgelegt werden. Auch wenn einige Teilnehmer der vorjährigen Tagung leider, vorwiegend aus beruflichen Gründen, verhindert waren, hatte sich wieder ein Teilnehmerkreis zusammengefunden, der ein breites Themenspektrum zur Müller- und Mühlengeschichte vortragen konnte. Die Beiträge deckten ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen ab. Dr. Rudolf Vandré trug neue und interessante Ergebnisse vor,
die die sog. Unehrlichkeit der Müller in ihrer sozialen Auswirkung weitgehend in Frage stellen. Er konnte belegen, daß die Müller offensichtlich „am äußersten Rand der Randgruppen" rangierten und daß die Zahl der Unehrlichkeitskonflikte bei Müllern auffallend gering ist. In Goslar konnten Müller seit Ende des 16. Jahrhunderts nachweislich das Bürgerrecht erwerben, Müllertöchter Handwerker heiraten und Müllersöhne ein zünftiges Handwerk erlernen. Unabhängig davon war in den Geburtsbriefen bis 1732 die Formulierung
„keines Schäffers, Zöllners, .........., Bachmüllers ......... Kind" enthalten. Wahrscheinlich passte man die Eidesformel bei Bedarf der Situation an. Abschließend wurden zahlreiche namentliche Belege für Heiraten von zünftigen Handwerkern mit Müllerstöchtern aus der Region Pommern vorgestellt. Dr. Hermann Metzke berichtete über Streitigkeiten um den Mahlzwang, die in den Unterlagen der Abteilung Dessau des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt dokumentiert sind. Dabei geht es mehrheitlich um Situationen, bei denen die zuständige Zwangsmühle nicht in der Lage war, das zugeführte Getreide rechtzeitig zu
mahlen, sei es, daß eine Wassermühle wegen Trockenheit oder winterlicher Witterungsbedingungen oder eine Windmühle wegen Windstille nicht arbeitsfähig war. Prof. Dr. Günther Schweizer stellte eine eingehende Untersuchung der Geschichte der Mühlen und der Müllerfamilien im Reichenbachtal bei Stuttgart vor. Die Mühlen waren im ausgehenden Mittelalter Eigentum der Landesherrschaft, an die Abgaben entrichtet werden mußten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kauften berufsfremde Personen, meist wohlhabende Stadtbürger, Universitätsprofessoren u.ä., die Mühlen als Kapitalanlagen, um sie dann weiterzuverpachten.
Etwa seit Beginn des 18. Jahrhunderts gingen die Mühlen dann meist in den Besitz von Müllern über. Jürgen Kniesz berichtete über die Geschichte der Wassermühle in Röbel an der Müritz im Zeitraum vom 13. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen lokal- und sozialgeschichtlichen Details. Bernd Thiel referierte über den derzeitigen Stand seiner Arbeiten zur Müller- und Mühlenforschung in Brandenburg. Sein Arbeitsgebiet ist Brandenburg etwa in den Grenzen von 1900 einschließlich nur zeitweilig zu Brandenburg
gehöriger Gebiete, ggf. auch einzelne Mühlen benachbarter Territorien in Grenznähe. Zur mittelalterlichen Mühlengeschichte Brandenburgs sind als Quellen vor allem klösterliche Aufzeichnungen (Neuzelle, Lehnin, Chorin etc), das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 und der Codex diplomaticus Brandenburgensis. Auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Heimatstuben und Museen, Ortschronisten und Mühlenvereinen wurde ausdrücklich hingewiesen. Die von Autor betreute brandenburgische Müllerkartei umfasst Angaben zu etwa 3000 Mühlen, die selbstverständlich nicht alle gleichzeitig existierten, sowie zu ca. 2000 Müllern und 300 Müllerehefrauen.  Außerdem verfügt er über ein Literaturverzeichnis zu Brandenburger Mühlen und ihrer Technik. Zahlreiche interessante Bilder rundeten den Vortrag ab. Zur Ergänzung seiner Unterlagen sucht der Autor weiterhin Ergänzungen zu Mühlen und Müllern, Material zur Lebensweise von Müllerfamilien und historische Mühlenbilder aus seinem Forschungsbereich. Der zweite Tag begann mit einem Vortrag von Steffen Rödiger zu den Mühlen an der Kleinen Wipper und dem Helbe-System bei Bad Frankenhausen, künstlichen Wasserläufen in Nordthüringen und eine ingenieurtechnische Meisterleistung des Mittelalters. Im weiteren Verlauf war der Tag dann der Diskussion von technischen Vorhaben des Arbeitskreises vorbehalten. Nachdem die Vereinsmailingliste dank der Aktivitäten von René Gränz und Bernd Thiel reibungslos funktioniert, lag der Schwerpunkt der Erörterungen auf der Einrichtung einer Datenbank. Einleitend demonstrierte Dr. Metzke einen Familienkreis, dem zwar eine Anzahl Müller, aber ebenso zahlreiche Angehörige anderer Berufsgruppen angehörten. Daraus ergibt sich die Frage, ob das Ziel eine ausschließlich auf Müller begrenzte Datenbank sein soll oder ob man auch komplexere Zusammenhänge erfassen will. René Gränz stellte in seinem ausführlichen Vortrag zu diesem Thema verschiedene Möglichkeiten vor, die im Rahmen des Programmspektrums des Vereins für Computergenealogie realisiert werden könnten. Er diskutierte u.a. die Vor- und Nachteile des Genwiki auf dem Deutschen Genealogieserver, der Höfeseiten auf dem Genwiki als Modell für eine entsprechende Mühlenerfassung, eines Müllerfamilienbuchs nach dem Vorbild der Ortsfamilienbücher und einer Datenbankanwendung auf PGV-Basis. Als Alternative referierte Marie-Luise Carl über die in der Entwicklung befindliche quellenbasierte Datenbank „Gedbas for all" des Vereins für  Computergenealogie, die insofern eine optimale Lösung wäre, als auch eine Erfassung
komplexerer Familienzusammenhänge damit ermöglicht würde. In der Diskussion wurde
Übereinstimmung erzielt, daß man eine Insellösung nicht anstreben sollte. Es ist geplant, sich an der Datenbank des Compgenvereins zu beteiligen. René Gränz wird vorerst die Koordination übernehmen.
Keine befriedigende Lösung konnte bezüglich der Literaturdatenbank erzielt werden. Martin-
Michael Rexilius musste die Aufgabe aus beruflichen Gründen abgeben. Wenn sich kein Be-
arbeiter dafür findet, muß diese Aufgabe vorerst zurückgestellt werden. Die meisten Vorträge der Tagung wurden in Heft 4/2009 der Zeitschrift „Genealogie" veröffentlicht, das beim Verlag Degener & Co., Am Brühl 9, 91610 Insingen, zum Preis von 12,30 € bezogen werden kann.
                                                                                                     Hermann Metzke
 
 

__________________________________________________
Do You Yahoo!?
Sie sind Spam leid? Yahoo! Mail verfügt über einen herausragenden Schutz gegen Massenmails.
http://mail.yahoo.com

Re: [AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11. 09

Date: 2010/02/14 16:17:34
From: Hermann Kleitner <hermannthegerman1(a)yahoo.de>




Von: Hermann Kleitner <hermannthegerman1(a)yahoo.de>
An: Ak-Mueller-L <ak-mueller-l(a)genealogy.net>
Gesendet: Sonntag, den 14. Februar 2010, 16:16:25 Uhr
Betreff: Re: [AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11.09

Ich kann Ihnen mein Buch die "Mühlen an der Kessel "empfehlen 35€
Hermann Kleitner


Von: "MetzkeJena(a)aol.com" <MetzkeJena(a)aol.com>
An: ak-mueller-l(a)genealogy.net
Gesendet: Sonntag, den 14. Februar 2010, 6:18:47 Uhr
Betreff: [AK-Mueller] 2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung" am 7./8.11.09

2. Arbeitstreffen des Arbeitskreises „Müller- und Mühlenforschung"
 
Am Wochenende 7./8. November 2009 traf sich der Arbeitskreis „Müller- und Mühlenforschung" zum zweiten Mal in Bad Sulza. Neben dem fachlichen Austausch sollten vor allem auch Arbeitsrichtungen für die Zukunft festgelegt werden. Auch wenn einige Teilnehmer der vorjährigen Tagung leider, vorwiegend aus beruflichen Gründen, verhindert waren, hatte sich wieder ein Teilnehmerkreis zusammengefunden, der ein breites Themenspektrum zur Müller- und Mühlengeschichte vortragen konnte. Die Beiträge deckten ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen ab. Dr. Rudolf Vandré trug neue und interessante Ergebnisse vor,
die die sog. Unehrlichkeit der Müller in ihrer sozialen Auswirkung weitgehend in Frage stellen. Er konnte belegen, daß die Müller offensichtlich „am äußersten Rand der Randgruppen" rangierten und daß die Zahl der Unehrlichkeitskonflikte bei Müllern auffallend gering ist. In Goslar konnten Müller seit Ende des 16. Jahrhunderts nachweislich das Bürgerrecht erwerben, Müllertöchter Handwerker heiraten und Müllersöhne ein zünftiges Handwerk erlernen. Unabhängig davon war in den Geburtsbriefen bis 1732 die Formulierung
„keines Schäffers, Zöllners, .........., Bachmüllers ......... Kind" enthalten. Wahrscheinlich passte man die Eidesformel bei Bedarf der Situation an. Abschließend wurden zahlreiche namentliche Belege für Heiraten von zünftigen Handwerkern mit Müllerstöchtern aus der Region Pommern vorgestellt. Dr. Hermann Metzke berichtete über Streitigkeiten um den Mahlzwang, die in den Unterlagen der Abteilung Dessau des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt dokumentiert sind. Dabei geht es mehrheitlich um Situationen, bei denen die zuständige Zwangsmühle nicht in der Lage war, das zugeführte Getreide rechtzeitig zu
mahlen, sei es, daß eine Wassermühle wegen Trockenheit oder winterlicher Witterungsbedingungen oder eine Windmühle wegen Windstille nicht arbeitsfähig war. Prof. Dr. Günther Schweizer stellte eine eingehende Untersuchung der Geschichte der Mühlen und der Müllerfamilien im Reichenbachtal bei Stuttgart vor. Die Mühlen waren im ausgehenden Mittelalter Eigentum der Landesherrschaft, an die Abgaben entrichtet werden mußten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kauften berufsfremde Personen, meist wohlhabende Stadtbürger, Universitätsprofessoren u.ä., die Mühlen als Kapitalanlagen, um sie dann weiterzuverpachten.
Etwa seit Beginn des 18. Jahrhunderts gingen die Mühlen dann meist in den Besitz von Müllern über. Jürgen Kniesz berichtete über die Geschichte der Wassermühle in Röbel an der Müritz im Zeitraum vom 13. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen lokal- und sozialgeschichtlichen Details. Bernd Thiel referierte über den derzeitigen Stand seiner Arbeiten zur Müller- und Mühlenforschung in Brandenburg. Sein Arbeitsgebiet ist Brandenburg etwa in den Grenzen von 1900 einschließlich nur zeitweilig zu Brandenburg
gehöriger Gebiete, ggf. auch einzelne Mühlen benachbarter Territorien in Grenznähe. Zur mittelalterlichen Mühlengeschichte Brandenburgs sind als Quellen vor allem klösterliche Aufzeichnungen (Neuzelle, Lehnin, Chorin etc), das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 und der Codex diplomaticus Brandenburgensis. Auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Heimatstuben und Museen, Ortschronisten und Mühlenvereinen wurde ausdrücklich hingewiesen. Die von Autor betreute brandenburgische Müllerkartei umfasst Angaben zu etwa 3000 Mühlen, die selbstverständlich nicht alle gleichzeitig existierten, sowie zu ca. 2000 Müllern und 300 Müllerehefrauen.  Außerdem verfügt er über ein Literaturverzeichnis zu Brandenburger Mühlen und ihrer Technik. Zahlreiche interessante Bilder rundeten den Vortrag ab. Zur Ergänzung seiner Unterlagen sucht der Autor weiterhin Ergänzungen zu Mühlen und Müllern, Material zur Lebensweise von Müllerfamilien und historische Mühlenbilder aus seinem Forschungsbereich. Der zweite Tag begann mit einem Vortrag von Steffen Rödiger zu den Mühlen an der Kleinen Wipper und dem Helbe-System bei Bad Frankenhausen, künstlichen Wasserläufen in Nordthüringen und eine ingenieurtechnische Meisterleistung des Mittelalters. Im weiteren Verlauf war der Tag dann der Diskussion von technischen Vorhaben des Arbeitskreises vorbehalten. Nachdem die Vereinsmailingliste dank der Aktivitäten von René Gränz und Bernd Thiel reibungslos funktioniert, lag der Schwerpunkt der Erörterungen auf der Einrichtung einer Datenbank. Einleitend demonstrierte Dr. Metzke einen Familienkreis, dem zwar eine Anzahl Müller, aber ebenso zahlreiche Angehörige anderer Berufsgruppen angehörten. Daraus ergibt sich die Frage, ob das Ziel eine ausschließlich auf Müller begrenzte Datenbank sein soll oder ob man auch komplexere Zusammenhänge erfassen will. René Gränz stellte in seinem ausführlichen Vortrag zu diesem Thema verschiedene Möglichkeiten vor, die im Rahmen des Programmspektrums des Vereins für Computergenealogie realisiert werden könnten. Er diskutierte u.a. die Vor- und Nachteile des Genwiki auf dem Deutschen Genealogieserver, der Höfeseiten auf dem Genwiki als Modell für eine entsprechende Mühlenerfassung, eines Müllerfamilienbuchs nach dem Vorbild der Ortsfamilienbücher und einer Datenbankanwendung auf PGV-Basis. Als Alternative referierte Marie-Luise Carl über die in der Entwicklung befindliche quellenbasierte Datenbank „Gedbas for all" des Vereins für  Computergenealogie, die insofern eine optimale Lösung wäre, als auch eine Erfassung
komplexerer Familienzusammenhänge damit ermöglicht würde. In der Diskussion wurde
Übereinstimmung erzielt, daß man eine Insellösung nicht anstreben sollte. Es ist geplant, sich an der Datenbank des Compgenvereins zu beteiligen. René Gränz wird vorerst die Koordination übernehmen.
Keine befriedigende Lösung konnte bezüglich der Literaturdatenbank erzielt werden. Martin-
Michael Rexilius musste die Aufgabe aus beruflichen Gründen abgeben. Wenn sich kein Be-
arbeiter dafür findet, muß diese Aufgabe vorerst zurückgestellt werden. Die meisten Vorträge der Tagung wurden in Heft 4/2009 der Zeitschrift „Genealogie" veröffentlicht, das beim Verlag Degener & Co., Am Brühl 9, 91610 Insingen, zum Preis von 12,30 € bezogen werden kann.
                                                                                                     Hermann Metzke
 
 

__________________________________________________
Do You Yahoo!?
Sie sind Spam leid? Yahoo! Mail verfügt über einen herausragenden Schutz gegen Massenmails.
http://mail.yahoo.com

__________________________________________________
Do You Yahoo!?
Sie sind Spam leid? Yahoo! Mail verfügt über einen herausragenden Schutz gegen Massenmails.
http://mail.yahoo.com

[AK-Mueller] Neuvorstellung

Date: 2010/02/14 16:40:02
From: Klaus Stahl <stahl-wie-eisen(a)bitel.net>

Title: Nachricht
Liebe Forscherkolleginnen und  -kollegen!
 
Da ich seit ca. 20 Jahren Familienforschung - vor allem in Mecklenburg - betreibe, besagt  "Neuvorstellung" nicht, dass ich ein Neuling bin.  Warum habe ich mich bei Ihnen eingeschrieben?
 In meiner eigenen Genealogie tauchen Müller RICKERMANN (und ähnliche Schreibweisen) auf. Herr Jürgen Kniesz war mir in den vergangenen Jahren bei der Suche nach "Rickermännern" in Mecklenburg behilflich.
In der Genealogie meiner Frau bin ich auf das Mühlenmeistergeschlecht DOBBERKAU gestoßen. Dieses Geschlecht hat den Ursprung in Roxförde in der Altmark. So geht es aus der Chronik "Dobberkau's aus Dobberkau i.d. Altmark, die Geschichte von 11 Müller-Generationen und Nebenlinien" hervor. Herr Dieter Dobberkau stellte mir diese Chronik (auf CD) freundlicherweise zur Verfügung. Die Müller diese Namens haben sich über die der Altmark angrenzenden Regionen ausgebreitet. Im KB von Celle heiratet 1818 die Tochter des Johann Friedrich Dobberkau, Mühlenmeister in Grasleben. In Grasleben gab es keine Mühle. Es müsste Gardelegen heißen. Leider sind 1945 die Kirchenbücher von vor 1818 verbrannt. Lt. FOKO hat Herr Dr. Wachter (AM0529), Münster, alle Dobberkaus in Gardelegen erforscht. Briefe an Dr. Wachter kommen jedoch als unzustellbar zurück.
Vielleicht gelingt es mir mit Ihrer Hilfe, die Lücke zu den Dobberkaus in Roxförde zu schließen. Vielleicht kann ich dem Arbeitskreis mit den von mir gesammelten und den auf der CD vorhandenen Daten dienen.
 
Freundliche Grüße aus dem verschneiten Bielefeld
 
Klaus Stahl
 

[AK-Mueller] Unehrlichkeit/Ehrlosigkeit

Date: 2010/02/14 18:26:06
From: Klaus Stahl <stahl-wie-eisen(a)bitel.net>

Title: Nachricht
Liebe Mitforscherinnen und Mitforscher!
 
In "Die Welt" vom 26.März 2004 stand der Artikel "Einst galt der Müller als größter Dieb im Land". Der Bericht dürfte noch im Internet zu finden sein. Wenn nicht, könnte ich ihn Interessierten als Anhang zumailen (in der Hoffnung, dass nun nicht gerade Hunderte interessiert sind.  ;-))   ).
 
Noch einen schönen Abend!
 
Klaus Stahl

Re: [AK-Mueller] Neuvorstellung

Date: 2010/02/14 18:31:50
From: Ulf Queckenstedt <u_que(a)freenet.de>

Title: Nachricht
Hallo Herr Stahl,
 
ich forsche nicht nach DOBBERKAU und auch nicht in Roxförde oder Gardelegen, zumindest bisher nicht. In meiner Müller-DB habe ich 3 Müller erfaßt.
1737 in Bodenteich/Kr. Uelzen, N. DOBBERKAU, Müller oo Regina RENTELMANN
1796 in der Stackmannsmühle bei Knesebeck/Kr. Gifhorn, Georg Friedrich DOBBERKAU, Pachtmüller
1785-1792 in Hohenböddenstedt/Altmark, Georg J. DOBBERKAU, Müller
 
Viele Grüße
Ulf Queckenstedt
<<<<< http://home.arcor.de/queckenstedt-ahnen/ >>>>>
<<<<< u_que(a)freenet.de >>>>>
<<<<< queckenstedt-ahnen(a)arcor.de >>>>>

Sent: Sunday, February 14, 2010 4:41 PM
Subject: [AK-Mueller] Neuvorstellung

Liebe Forscherkolleginnen und  -kollegen!
 
Da ich seit ca. 20 Jahren Familienforschung - vor allem in Mecklenburg - betreibe, besagt  "Neuvorstellung" nicht, dass ich ein Neuling bin.  Warum habe ich mich bei Ihnen eingeschrieben?
 In meiner eigenen Genealogie tauchen Müller RICKERMANN (und ähnliche Schreibweisen) auf. Herr Jürgen Kniesz war mir in den vergangenen Jahren bei der Suche nach "Rickermännern" in Mecklenburg behilflich.
In der Genealogie meiner Frau bin ich auf das Mühlenmeistergeschlecht DOBBERKAU gestoßen. Dieses Geschlecht hat den Ursprung in Roxförde in der Altmark. So geht es aus der Chronik "Dobberkau's aus Dobberkau i.d. Altmark, die Geschichte von 11 Müller-Generationen und Nebenlinien" hervor. Herr Dieter Dobberkau stellte mir diese Chronik (auf CD) freundlicherweise zur Verfügung. Die Müller diese Namens haben sich über die der Altmark angrenzenden Regionen ausgebreitet. Im KB von Celle heiratet 1818 die Tochter des Johann Friedrich Dobberkau, Mühlenmeister in Grasleben. In Grasleben gab es keine Mühle. Es müsste Gardelegen heißen. Leider sind 1945 die Kirchenbücher von vor 1818 verbrannt. Lt. FOKO hat Herr Dr. Wachter (AM0529), Münster, alle Dobberkaus in Gardelegen erforscht. Briefe an Dr. Wachter kommen jedoch als unzustellbar zurück.
Vielleicht gelingt es mir mit Ihrer Hilfe, die Lücke zu den Dobberkaus in Roxförde zu schließen. Vielleicht kann ich dem Arbeitskreis mit den von mir gesammelten und den auf der CD vorhandenen Daten dienen.
 
Freundliche Grüße aus dem verschneiten Bielefeld
 
Klaus Stahl
 


_______________________________________________
Ak-Mueller-L mailing list
Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l

Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit/Ehrlosigkeit

Date: 2010/02/14 20:21:56
From: Bernd Thiel <bernd.thiel(a)gmx.de>

Klaus Stahl schrieb:
Nachricht
Liebe Mitforscherinnen und Mitforscher!
 
In "Die Welt" vom 26.März 2004 stand der Artikel "Einst galt der Müller als größter Dieb im Land". Der Bericht dürfte noch im Internet zu finden sein. Wenn nicht, könnte ich ihn Interessierten als Anhang zumailen (in der Hoffnung, dass nun nicht gerade Hunderte interessiert sind.  ;-))   ).
 
Noch einen schönen Abend!
 
Klaus Stahl
Ja, gibt es noch unter:

http://www.welt.de/print-welt/article302464/Einst_galt_der_Mueller_als_groesster_Dieb_im_Land.html

Beste Grüße
Bernd Thiel

-- 
Ich gebe Auskunft über Mühlen und Müller in Brandenburg:
Für Familienforscher, Mühlenfreunde und Müller –
über Historie und Müllerfamilien.


Bernd Thiel
Triftweg 12
15234 Frankfurt (Oder)
 
bernd.thiel(a)gmx.de
www.bernd-thiel.de


[AK-Mueller] Unehrlichkeit/Ehrlosigkeit

Date: 2010/02/15 12:12:45
From: Tobias A. Kemper <kemper(a)lenz-kemper.de>

Liebe Liste,

In "Die Welt" vom 26.März 2004 stand der Artikel "Einst galt der Müller
als größter Dieb im Land". Der Bericht dürfte noch im Internet zu finden
sein.

danke für den Hinweis. - Mir scheint diese Darstellung aber doch zu pauschalisierend und in dieser Form nicht zutreffend - etwa wenn es dort heißt: "Aber er [= der Müller] konnte nicht in die Ehrenämter der Gemeinde gewählt werden, keine achtbare Zunft oder Gilde nahm ihn auf. Und das Schlimmste: Er durfte keine "ehrbare Dirne" ehelichen."

Ich bestreite ja nicht, dass es Orte und Zeiten gab, auf die diese Aussage zutrifft. Nur: In meinem Forschungsgebiet, da

- heiraten Müller Töchter von wohlhabenden Bauern,
- da sind Müller Taufpaten bei Bauern,
- da übernimmt ein Müllerssohn einen großen Hof,
- da wird ein Sohn eines Bauern Müller.

Die Frage der Unehrlichkeit ist sicher interessant, aber man sollte sie einmal umfassend und flächendeckend untersuchen, um korrekte Aussagen über die Stellung des Müllers treffen zu können.

Beste Grüße

Tobias A. Kemper

Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit/Ehrlosigkeit

Date: 2010/02/15 12:48:06
From: Quilling, Adolf <Adolf.Quilling(a)t-online.de>

Liebe Listenmitglieder,

ich habe in meiner Familie einen Gregor Quilling in Sobernheim, der hatte in Sobernheim zunächst die Brücken-Mühle und dann auch noch die Stadtmühle sowie die Städt. Waage gepachtet. Sein Müller-Handwerk hatte er in Meisenheim etwa 1695 gelernt. Er wurde in den Stadtratsakten als "Herr" bezeichnet, wurde in die Bäckerzunft aufgenommen, war verheiratet mit einer Bäckerstochter, war nachmalig Rathsverwandter und Kirchenratsmitglied der reformierten Kirchengemeinde. Er hatte aber sehr viel Geld ausgeliehen, wie sich nach seinem Tod in einer Vermögensaufstellung nachweisen lässt. War er wirklich ein "Unehrlicher"? Ich bin mit Herrn Kemper der Meinung, dass man das wirklich differenzierter sehen muss.

Mit freundlichen Grüßen

Adolf Quilling

__________________

Albrecht-Dürer-Str. 3
76530 Baden-Baden
Tel. 07221 - 396237
Fax 07221 - 396238
eMail: adolf.quilling(a)t-online.de









 
"Tobias A. Kemper" <mailto:kemper(a)lenz-kemper.de> schrieb:
> Liebe Liste,
>
> > In "Die Welt" vom 26.März 2004 stand der Artikel "Einst galt der Müller
> > als größter Dieb im Land". Der Bericht dürfte noch im Internet zu finden
> > sein.
>
> danke für den Hinweis. - Mir scheint diese Darstellung aber doch zu
> pauschalisierend und in dieser Form nicht zutreffend - etwa wenn es dort
> heißt: "Aber er [= der Müller] konnte nicht in die Ehrenämter der
> Gemeinde gewählt werden, keine achtbare Zunft oder Gilde nahm ihn auf.
> Und das Schlimmste: Er durfte keine "ehrbare Dirne" ehelichen."
>
> Ich bestreite ja nicht, dass es Orte und Zeiten gab, auf die diese
> Aussage zutrifft. Nur: In meinem Forschungsgebiet, da
>
> - heiraten Müller Töchter von wohlhabenden Bauern,
> - da sind Müller Taufpaten bei Bauern,
> - da übernimmt ein Müllerssohn einen großen Hof,
> - da wird ein Sohn eines Bauern Müller.
>
> Die Frage der Unehrlichkeit ist sicher interessant, aber man sollte sie
> einmal umfassend und flächendeckend untersuchen, um korrekte Aussagen
> über die Stellung des Müllers treffen zu können.
>
> Beste Grüße
>
> Tobias A. Kemper
> _______________________________________________
> Ak-Mueller-L mailing list
> mailto:Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
> http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l
>

 

[AK-Mueller] Update Müllerdatenbank

Date: 2010/02/19 16:58:32
From: Thomas Liebert - - 09328 Lunzenau <thomas(a)ahnenforschung-liebert.de>

Hallo werte Mitforscher,

die Müllerdatenbank ist aktualisiert.  Viel Spaß beim Erkunden der Vorfahren.

Aus Zeitgründen konnten nicht alle Zuarbeiten verarbeitet werden, das nächste Update kommt aber bestimmt :-)

Leider entsprachen nicht alle Zuarbeiten den Vorgaben meiner Mail vom 24.01.2010. Es ist mir nicht möglich, unstruktuierte Angaben selbst aufzubereiten.

Nochmals Dank und beste Grüße Thomas

---------------------------------------------------------------------
www.ahnenforschung-liebert.de   -  letzte Aktualisierung: 19.02.2010
Update Müllerdatenbank - besonders aus Dresdner Gegend u. Riepsdorf

Ich suche ständig genealogisches Material aus dem Territorium nördlich
und westlich von Chemnitz zum Aufbau einer "lokalen Ahnenstammkartei"

I am continuously looking for ancestral data from the area north and
west of Chemnitz in order to build a "local ancestry database"

[AK-Mueller] Müller-Datei

Date: 2010/02/22 18:16:54
From: Klaus Stahl <stahl-wie-eisen(a)bitel.net>

Title: Nachricht
Liebe Mitforscher/-innen!
 
Wiederholt war von einer Müllerdatei die Rede. Kann man diese einsehen und Daten hinzufügen?
 
Noch einen schönen Abend!
 
Klaus (Stahl)
 
 

[AK-Mueller] Vorstellung

Date: 2010/02/22 23:29:54
From: Irmi Gegner-Sünkler <irmi(a)gegner-suenkler.de>

Liebe Mitleser -

ich bin ganz neu in dieser Liste und möchte mich kurz vorstellen: Ich
bin Irmi Gegner-Sünkler, pens. Lehrerin, 62 Jahre alt, wohnhaft in
Oldenburg.

Da ich irgendwann feststellte, dass sich unter meinen ostpreußischen
Ahnen eine Reihe von Müllern, Mühlenpächtern und Mühlenbesitzers
befinden, dass deren Kinder oft in andere Müllerfamilien einheiraten und
dass die Familien oft aufgrund ihres Ortswechsels nur mit viel Aufwand
wiederzufinden sind, begann ich schon vor Jahren damit, ostpreußische
Müller zu 'sammeln' und ihre Familien zu verfolgen. Die Ergebnisse sind
teilweise auf meiner Webseite einsehbar (allerdings leider ganz lange
nicht aktualisiert).

Außerdem hatte ich bei der Durchsicht von Akten im Geheimen Staatsarchiv
Preußischer Kulturbesitz in Dahlem und auch in Leipzig und Allenstein
das Glück, eine Reihe interessanter Dokumente zu entdecken, die sich auf
Mühlen und deren Besitzer beziehen - u.a. auch einen Erbpachtsvertrag
meines Ur... Vaters Johann Wilhelm Hellwich, dessen Weg ich mühsam
nachvollzogen habe (er war bis 1722 Müller in Finken, Pr. Eylau – ab
1724 Müllermeister in Landsberg - um 1730 Arendator der gräfl.
Schwerinschen Mühlen zu Landsberg - um 1744 Müller in Komkeim – 1748
Arendator des Vorwerks Woymanns  -  ab 1749 Pächter der Mühlen von Gr.
Stegen und Liepnick).

Neben meinen Müllervorfahren aus Ostpreußen (Ankermann, Westphal,
Hellwich) gibt es unter meinen direkten Ahnen auch noch einen Müller in
Heesen, Ksp. Wulsbüttel (Niedersachen) namens Tietjen und um 1760 zwei
Müllerfamilien in Sachsen namens Müller :-) und Münch.

Ganz gezielt beschäftige ich mich nach wie vor mit der Sammlung
ostpreußischer Müller.

Gruß von Irmi
-- 
-- 
----------------------------
www.gegner-suenkler.de
----------------------------
www.natangen.de
----------------------------
www.genealogie-tagebuch.de

Re: [AK-Mueller] Vorstellung Sammlung Ostpreußen

Date: 2010/02/23 09:07:29
From: Gabriele Sürig <gsuerig(a)web.de>

Liebe Frau Gegner-Sünkler,

als Mitglied des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen und Mitglied in dieser Liste habe ich Ihre Vorstellung mit Interesse gelesen.
Wäre es demnach sinnvoll, Ihnen alle zufälligen Müllerfunde aus Ostpreußen für Ihre Sammlung zu melden?
Gelegentlich stolperte ich über Müller, z.B. in Kirchenbüchern und "benötigte" sie für Ostpreußen nicht.
Zukünftig würde ich sie dann nämlich herausschreiben...

Schöne Grüße

Gabriele Sürig

______________________________________________________
GRATIS für alle WEB.DE-Nutzer: Die maxdome Movie-FLAT!
Jetzt freischalten unter http://movieflat.web.de

Re: [AK-Mueller] Vorstellung

Date: 2010/02/23 11:46:30
From: Rudolf Stenzel <rstenzel1(a)gmx.de>

Hallo Irmi,

unsere Vorfahren hatten eine Wassermühle in Groß Jestin vor/um 1873.
Johann Erdmann Gottlieb BEILFUß * ?, + 29.03.1873 bei einem Brand in der Mühle
mit weiteren Angehörigen ums Leben gekommen.
Vielleicht findet sich der Name in Deinen Unterlagen?
Aufzeichnungen über diese Mühle und den Brand stehen auch im.
Cösliner Kreisblatt Nr. 28 auf Seite 100.

Liebe Grüße aus Berlin!
Rudolf (Stenzel)

-------- Original-Nachricht --------
Datum: Mon, 22 Feb 2010 23:29:50 +0100
Von: "Irmi Gegner-Sünkler" <irmi(a)gegner-suenkler.de>
An: Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
Betreff: [AK-Mueller] Vorstellung

Liebe Mitleser -

ich bin ganz neu in dieser Liste und möchte mich kurz vorstellen: Ich
bin Irmi Gegner-Sünkler, pens. Lehrerin, 62 Jahre alt, wohnhaft in
Oldenburg.

Da ich irgendwann feststellte, dass sich unter meinen ostpreußischen
Ahnen eine Reihe von Müllern, Mühlenpächtern und Mühlenbesitzers
befinden, dass deren Kinder oft in andere Müllerfamilien einheiraten und
dass die Familien oft aufgrund ihres Ortswechsels nur mit viel Aufwand
wiederzufinden sind, begann ich schon vor Jahren damit, ostpreußische
Müller zu 'sammeln' und ihre Familien zu verfolgen. Die Ergebnisse sind
teilweise auf meiner Webseite einsehbar (allerdings leider ganz lange
nicht aktualisiert).

Außerdem hatte ich bei der Durchsicht von Akten im Geheimen Staatsarchiv
Preußischer Kulturbesitz in Dahlem und auch in Leipzig und Allenstein
das Glück, eine Reihe interessanter Dokumente zu entdecken, die sich auf
Mühlen und deren Besitzer beziehen - u.a. auch einen Erbpachtsvertrag
meines Ur... Vaters Johann Wilhelm Hellwich, dessen Weg ich mühsam
nachvollzogen habe (er war bis 1722 Müller in Finken, Pr. Eylau – ab
1724 Müllermeister in Landsberg - um 1730 Arendator der gräfl.
Schwerinschen Mühlen zu Landsberg - um 1744 Müller in Komkeim – 1748
Arendator des Vorwerks Woymanns - ab 1749 Pächter der Mühlen von Gr.
Stegen und Liepnick).

Neben meinen Müllervorfahren aus Ostpreußen (Ankermann, Westphal,
Hellwich) gibt es unter meinen direkten Ahnen auch noch einen Müller in
Heesen, Ksp. Wulsbüttel (Niedersachen) namens Tietjen und um 1760 zwei
Müllerfamilien in Sachsen namens Müller :-) und Münch.

Ganz gezielt beschäftige ich mich nach wie vor mit der Sammlung
ostpreußischer Müller.

Gruß von Irmi
--
--
----------------------------
www.gegner-suenkler.de
----------------------------
www.natangen.de
----------------------------
www.genealogie-tagebuch.de
_______________________________________________
Ak-Mueller-L mailing list
Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l



--
Sicherer, schneller und einfacher. Die aktuellen Internet-Browser -
jetzt kostenlos herunterladen! http://portal.gmx.net/de/go/chbrowser

[AK-Mueller] Vorstellung und Unehrlichkeit

Date: 2010/02/23 13:18:28
From: Alexander Tapper <ATapper(a)t-online.de>

Liebe Listenmitglieder,

ich beschäftige mich erst seit kurzer Zeit mit Mühlen und ihren Pächtern und das auch noch regional beschränkt auf Windmühlen in der Kempener und Krefelder Gegend (Niederrhein), habe also derzeit sehr viel mehr Fragen als Antworten zu bieten. Mein Hauptinteresse liegt dabei auf wirtschaftlichem Gebiet, also z.B.: Welche wirtschaftliche Bedeutung hatten die Einnahmen aus den Mühlen für die Herrschaft (Pacht, Vertragsgebühren)? Leider fehlen in meiner Gegend aussagekräftige Dokumente, aus denen man direkten Aufschluss  über das Vermögen der Müller gewinnen könnte. Aus den Heiratsbeziehungen (wenn sie nicht gerade untereinander heirateten) lässt sich jedoch ablesen, dass sie hier sicherlich mit zu den reichsten Einwohnern der Flecken und Städte gehört haben und dies häufig schon, bevor sie eine Mühle in Pacht übernahmen. Daraus ergeben sich wieder neue Fragen: Wie wird man Müller, oder überspitzt ausgedrückt: Ist es ausreichend, über Kapital (und Beziehungen) zu verfügen oder sollte man auch mahlen können? Ist der Müller ein Unternehmer oder ein Handwerker?

Eine kurze Anmerkung noch zur "Unehrlichkeit" der Müller: Ich war etwas überrascht, davon zu hören, weil das in der hiesigen Gegend (17./18. Jh.) offenbar überhaupt keine Rolle spielt. Einige Beispiele für Müller in öffentlichen Ämtern:

- Krefeld-Hüls, Herren- oder Altmühle (Pacht auf je 12 Jahre)
Herman Kloots gnt. Mauritius, Schöffe 1644-1655
Cornelius Ruland, Schöffe 1666-1692, Dechant der Sebastianus-Bruderschaft
Johannes Domberg, Schöffe 1730-1784, Kirchmeister

- St. Tönis, kurfürstliche Mühle (Pacht auf je 12 Jahre)
Johannes Domberg, Bürgermeister ab 1686

- Krefeld-Uerdingen (Erbpacht)
Peter Hagbolt, Bürgermeister (1706)
Burkhard Kemmerling, Kaplan! (um 1710/20)

Ich möchte mich der Anregung von Tobias Kemper anschließen, einmal darüber nachzudenken, ob die Unehrlichkeit der Müller nicht vielleicht ein regionales Phänomen war oder doch zumindest regionale Ausnahmen kannte.

Schöne Grüße

Alexander (Tapper)

Re: [AK-Mueller] Vorstellung Sammlung Ostpreußen

Date: 2010/02/23 15:18:32
From: Irmi Gegner-Sünkler <irmi(a)gegner-suenkler.de>

Hallo Frau Süring -

das ist eine gute Idee.

Gruß aus Ol von Irmi

Am 23.02.2010 09:07, schrieb Gabriele Sürig:
> Liebe Frau Gegner-Sünkler,
> 
> als Mitglied des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen und Mitglied in dieser Liste habe ich Ihre Vorstellung mit Interesse gelesen.
> Wäre es demnach sinnvoll, Ihnen alle zufälligen Müllerfunde aus Ostpreußen für Ihre Sammlung zu melden?
> Gelegentlich stolperte ich über Müller, z.B. in Kirchenbüchern und "benötigte" sie für Ostpreußen nicht.
> Zukünftig würde ich sie dann nämlich herausschreiben...
> 
> Schöne Grüße
> 
> Gabriele Sürig
> 
> ______________________________________________________
> GRATIS für alle WEB.DE-Nutzer: Die maxdome Movie-FLAT!
> Jetzt freischalten unter http://movieflat.web.de
> 
> _______________________________________________
> Ak-Mueller-L mailing list
> Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
> http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l
> 

-- 
-- 
----------------------------
www.gegner-suenkler.de
----------------------------
www.natangen.de
----------------------------
www.genealogie-tagebuch.de

Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit und Müllerdatei

Date: 2010/02/24 12:44:08
From: Klaus Stahl <stahl-wie-eisen(a)bitel.net>

 Liebe Listenmitglieder,


Goggelt mal unter "Mühlenprostitution!

Ich habe auf meine Frage nach einer Müllerdatei noch keine Antwort
bekommen. In Mecklenburg gibt's eine erweiterte Datei "Unstete Berufe"
für Müller und andere Berufsgruppen.

Grüße aus Bielefeld

Klaus Stahl 



>Eine kurze Anmerkung noch zur "Unehrlichkeit" der Müller: Ich war etwas
überrascht, davon zu hören, weil das in der >>hiesigen Gegend (17./18.
>>Jh.) offenbar überhaupt keine Rolle spielt. 

Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit und Müllerdatei

Date: 2010/02/24 13:17:12
From: AGG Hagner, Udo <Udo.Hagner(a)agg.thueringen.de>

An alle interessierten Listenteilneher,

"Unehrlichkeit" von Müllern - von der tatsächlichen Unehrlichkleit im Wortsinn und Einzelfall abgesehen - war ein eindeutiges regionales und temporäres Phänomen. Weite Teile des Reiches kannten dieses Institut hinsichtlich der Müller überhaupt nicht, so z.B. im östlichen (und wohl auch restlichen) Thüringen und im Vogtland - und ihr Konnubium war durchschnittlich geprägt (Bürger, Handwerker, Bauern, auch Pfarrer). Ich denke, auch in Mecklenburg gab es solche Anschauungen nicht. Übrigens, auch andere Berufsgruppen konnten im regionalen Rahmen von solchen Vorwürfen geplagt werden: Schäfer, Leineweber, Totengräber, Gerichts- und Stadtknechte. Selbst für Scharf-bzw. Nachrichter und Abdecker war ihre zweifellos allgemein angesehene "Unehrlichkeit" regional abgestuft, was im östlichen Thüringen dazu führen konnte, daß sie Frauen aus dem "normalen" städtischen und dörflichen Umfeld ehelichen konnten und dieses auch taten. Im Übrigen konnte ein "Generalverdacht" auf vielen Gruppen liegen, so waren lt. landesherrlicher Gesetzgebung in Bayern u.a. auch die Hebamme und der Dorfschmied (!) einem solchen in punkto "Hexereiverdacht" ausgesetzt.       
Für alle am Thema Interessierten nunmehr ein "Muß". Kathy Stuart: Unehrliche Berufe (2009) - erhältlich im Buchhandel. Sie schildert anschaulich am Beispiel Augsburgs - mit Blick darünber hinaus - alle Facetten der "Unehrlichkeit" und die Gründe dieses Verrufes.
Mit freundlichen Grüßen an alle

Udo Hagner 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ak-mueller-l-bounces(a)genealogy.net [mailto:ak-mueller-l-bounces(a)genealogy.net] Im Auftrag von Klaus Stahl
Gesendet: Mittwoch, 24. Februar 2010 12:45
An: ak-mueller-l(a)genealogy.net
Betreff: Re: [AK-Mueller] Unehrlichkeit und Müllerdatei


 Liebe Listenmitglieder,


Goggelt mal unter "Mühlenprostitution!

Ich habe auf meine Frage nach einer Müllerdatei noch keine Antwort bekommen. In Mecklenburg gibt's eine erweiterte Datei "Unstete Berufe"
für Müller und andere Berufsgruppen.

Grüße aus Bielefeld

Klaus Stahl 



>Eine kurze Anmerkung noch zur "Unehrlichkeit" der Müller: Ich war etwas
überrascht, davon zu hören, weil das in der >>hiesigen Gegend (17./18.
>>Jh.) offenbar überhaupt keine Rolle spielt. 

_______________________________________________
Ak-Mueller-L mailing list
Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l

Re: [AK-Mueller] Müller-Datei

Date: 2010/02/24 14:13:02
From: Hartwig Berner <hb.vd.muehle(a)t-online.de>

Title: Nachricht
Hallo Klaus,
Thomas Liebert hat auf seiner Homepage eine Müllerdatenbank, in die er auch "meine" Mühle mit aufgenommen hat.
 
http://www.ahnenforschung-liebert.de:80/

Mit freundlichen Grüßen, Hartwig Berner
 
- Koselauer Mühle - 23738 Riepsdorf - Tel.: 04363-1777
----- Original Message -----
Sent: Monday, February 22, 2010 6:17 PM
Subject: [AK-Mueller] Müller-Datei

Liebe Mitforscher/-innen!
 
Wiederholt war von einer Müllerdatei die Rede. Kann man diese einsehen und Daten hinzufügen?
 
Noch einen schönen Abend!
 
Klaus (Stahl)
 
 


_______________________________________________
Ak-Mueller-L mailing list
Ak-Mueller-L(a)genealogy.net
http://list.genealogy.net/mm/listinfo/ak-mueller-l

[AK-Mueller] Müller in Sachsen

Date: 2010/02/24 17:26:13
From: Irmi Gegner-Sünkler <irmi(a)gegner-suenkler.de>

Liebe Mitleser -

gibt es jemanden, der sich speziell mit Müllern und deren Mühlen im Raum
Sachsen, und zwar mit der Gegend, zu der auch Großtreben gehört,
beschäftigt?

Großtreben ist der Ort, in dem meine sächsichen Müller-Vorfahren lebten.

Ich besitze ein Foto des Heiratseintrags aus dem Kirchenbuch von
Großtreben aus dem Jahre 1784, den ich kaum entziffern kann. Das liegt
wohl einerseits daran, dass der Eintrag ohnehin schelcht lesbar ist -
andererseits aber auch daran, dass ich mich mit den regionalen
Bezeichnungen überhaupt nicht auskenne.

Gibt dort es z:B. den Begriff 'Schichtmüller'?

Der Eintrag im Kirchenbuch von Großtreben (bzw. das, was ich meine,
entziffern zu können) lautet insgesamt: 'Johann Samuel Müller, Tüchner
und Schichtmüller?  allhier, d. Mstr. Johann Friedrich Müllers,
Schichtmüllers? u. Auszugstüchners?, eintziger Sohn, und Johann Marie,
Christian Gottfried Münchs?, ...müllers zu ...3te Tochter'

Vielleicht kann mir jemand helfen?

Gruß von Irmi

-- 
-- 
----------------------------
www.gegner-suenkler.de
----------------------------
www.natangen.de
----------------------------
www.genealogie-tagebuch.de

[AK-Mueller] Datenbank des Arbeitskreises

Date: 2010/02/27 09:53:36
From: René Gränz <rgraenz(a)gmx.de>

Liebe Mühlen- und Müllerforscher,

da in den letzten Tagen verstärkt nach der geplanten Daten des
Arbeitskreises nachgefragt wurde, hier der aktuelle Sachstand.

Während der letzten AK-Tagung im Oktober 2009 in Bad Sulza wurde die
gemeinschaftliche Entscheidung getroffen, die geplante Datenbank auf den
Servern des Vereines für Computergenealogie e. V. (Compgen) zu platzieren.
Insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt keine Insellösungen, sondern eine
gemeinschaftliche Lösung im Sinne des interdisziplinären Arbeitskreises zu
finden.
Diese wird als Pilotprojekt im Rahmen der neuen Datenbank Gedbas4all
betrieben. Entsprechende erste Datensätze zum Test und zum Softwareaufbau
wurden übergeben. Momentan arbeiten die Softwareentwickler an deren
Umsetzung. Sobald weitere Datensätze zum Einbau benötigt werden, reagiere
ich über diese Liste. Erste Anfragen liegen bereits vor.

Um dieses umfangreiche Thema einer vernünftigen und dauerhaft tragbaren
Lösung zuzuführen, bitte ich alle Beteiligten noch um etwas Geduld.
Bis zu diesen Zeitpunkt nutzen Sie bitte noch die direkten Ansprechpartner,
die auf unseren Seiten im Genwiki benannt sind. 

Rückfragen beantworte ich gern.

Mit freundlichem Gruß aus Dresden


René (Gränz)

René Gränz
PF 280214
01142 Dresden

Tel.: 0162-176 53 55
E-Mail: rgraenz(a)gmx.de
Net: www.graenz.name

---------------------------
+++ Genealogische Quellen online +++
+++  http://www.webgenealogie.de  +++
+++ Webmeeting 19.05.2010 +++
+++ http://webmeeting.webgenealogie.de +++
---------------------------
5. Genealogiestammtisch "Limbacher Land"
24.03.2010 +++ http://gsl.graenz.name +++
---------------------------
7. Kolloquium zur sächsischen Genealogie
17.04.2010 +++ Dresden +++ 17.04.2010
http://wiki-de.genealogy.net/Kolloquium_zur_s%C3%A4chsischen_Genealogie
---------------------------
8. Dresdner Residenztreff
04.05.2010 +++ http://drt.graenz.name  +++
---------------------------