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2002/01/15 21:38:17
Hubert Franzke
[SCI] Kirchenbuch Leobschütz Heiraten 1766-1840/Franzke, F uchs, Breitkopf
Datum 2002/01/15 21:41:21
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Kirchenbucheintrag
2002/01/15 00:19:56
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Oberkaplan
Betreff 2002/01/15 23:01:12
Gregor Olawsky
Re: AW: [SCI] Oberkaplan
2002/01/15 17:00:33
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Pfalzburg u. Weissenburg
Autor 2002/01/15 21:41:21
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Kirchenbucheintrag

AW: [SCI] Oberkaplan

Date: 2002/01/15 21:41:19
From: >Gerd Mullenheim< <muellenh(a)pt.lu>

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| Sehr geehrter Herr Müllenheim ,
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| > 5  Haben wir nicht auch Macht, eine Schwester zum Weibe mit
| > umherzuführen
| > wie die andern Apostel und des HERRN Brüder und Kephas? (1. Kor. 9, 5)
| > Kephas ist der hebräische Name für Petrus, dessen Schwiegermutter ein-
| > mal von Jesus geheilt wurde.
|
| ...hat nicht Petrus, als er noch Simon hieß, seine Familie
| zurueckgelassen, um Jesus
| zu folgen? Ab da war er solo.
|
| Bibelzitate lassen sich oft so oder so auslegen. Nur dass manche
| behaupten, ihre Version
| die einzig wahre, weil daran nicht heruminpretiert worden sei. Wenn sie
| damit mal nicht
| im Irrtum sind.
|
| Viele Grüße aus der Schweiz.
|
| Gregor Olawsky
| ______________________________________________________________________

Lieber Herr Olawsky,

die obige Stelle besagt ganz deutlich, daß die Apostel ihre Frauen mitge-
nommen haben. Nirgendwo steht in der Bibel, daß jemand seine Frau verlas-
sen sollte, um Jesus zu folgen. Im Gegenteil, diese von Gott eingesetzte
Form des Zusammenlebens steht unter seinem besonderen Schutz. Darum soll-
te man auch bedenken, daß der Brief an die Korinther sehr wahrscheinlich
vor dem Pfingstfeste des Jahres 55 n. Chr. geschrieben wurde, also genau
25 Jahre nach der Kreuzigung (+ 07.04.0030) und Himmelfahrt Jesu.

Sonst dürfte ja kein (evangelischer) Pfarrer verheiratet sein oder Missi-
onare müßten ihre Ehefrauen zurücklassen. Das ist doch alles ein Unding!

Ge 2:24  Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem
Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch. (Genesis = 1. Mose 2, 24)

So können Sie noch an mehreren anderen Stellen lesen. Es ist eben keines-
wegs so, daß man die Bibel beliebig auslegen kann. Man muß grundsätzlich
alles im Zusammenhang sehen, ob es zur Gesamtaussage der Bibel paßt. Das
habe ich in der Einleitung zu meinem Buch so ausgedrückt:

> Wo immer die wörtliche Auslegung einen guten Sinn ergibt, sollte man
nicht mit Gewalt versuchen, der Heiligen Schrift eine andere Bedeutung
zu geben, sonst ist das Ergebnis meistens ein Unsinn. Gemeinde bedeutet
Gemeinde, Israel bedeutet Israel, Lamm bedeutet Lamm, Sonne bedeutet
Sonne u.s.w., es sei denn, daß der Zusammenhang im Text, der Aufbau oder
die Gesamtlehre der Bibel klar darauf hinweisen, daß es sich um eine
symbolische Beschreibung handelt. In solchen Fällen ist es die Aufgabe
des Auslegers, im zusammenhängenden Text, im Aufbau des betreffenden
Bibelbuches und in anderen Parallelstellen der Schrift die wahre Bedeutung
des Symbols festzustellen. Wenn man dieses beachtet, ist es in den meisten
Fällen nicht allzu schwer, die richtige Erklärung zu finden. Demnach ist
zum Beispiel das "Lamm" in Offenbarung, Kapitel 5, Verse 6-13, unmißver-
ständlich eine symbolische Darstellung Jesu Christi.

Wenn der Ausleger nach obiger Regel die wahre Bedeutung des Symbols
nicht ermitteln kann, sollte er sich davor hüten, seine eigene Meinung
als Auslegung zu bewerten. Da ist eine Meinung gerade so viel oder so
wenig wert wie die andere. Das "Lamm", um bei obigem Beispiel zu bleiben,
kann dann irgend etwas repräsentieren: eine Person, ein Volk, einen
Gegenstand und anderes mehr. Es ist auch selbstverständlich, daß eine
Auslegung nie den Anspruch erheben kann, mit dem biblischen Text gleich-
wertig zu sein. Bei allem Bemühen um eine vom biblischen Standpunkt
her richtige Auslegung, ist ein menschlicher Fehler trotzdem nie ganz
auszuschließen. <

Ganz herzliche Grüße aus Luxemburg

Gerd Müllenheim
_______________________________
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