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2002/01/07 20:58:40 Hans-Jürgen Magnus Re: [SCI] Re: Gemeindelexikon 1908 |
Datum | 2002/01/07 21:31:26 Peter Ebenfeld [SCI] Trembatschau |
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2002/01/07 18:15:22 Winfried Schön Re: [SCI] Re: Handelswege in Niederschlesien |
Betreff | 2002/01/07 22:26:43 WoelfelU Re: [SCI] Re: Handelswege in Niederschlesien |
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2002/01/06 21:27:59 Nicole Michaelis [SCI] Müllenheim |
Autor | 2002/01/07 22:02:48 Nicole Michaelis Re: [SCI] 2 Fragen |
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Date: 2002/01/07 21:20:56
From: Nicole Michaelis <nicole.michaelis(a)tiscalinet.de>
Liebe Listenmitglieder
Folgendes fand ich im Internet dazu:
Ein Buch:
http://www.antiquar-einhorn.de/010100.htm
¤ 60179) Nowakowa, Janina: Rozmieszczenie kom¢r celnych i przebieg dr¢g
handlowych na Slasku do konca XIV wieku. Wroclaw: 1951. 226 S. + Faltkarte.
(18:25) Hlwd. - Die Verteilung der Zollstationen und der Verlauf der
Handelswege in Schlesien bis zum Ende des 14. Jhdt. " Prace Wroclawskiego
Towarzystwa Naukowego, seria A, 43 DM 48,00
Einen Beitrag auf einer Homepage
http://home.t-online.de/home/PeWo72/Geschichte/Rosenberg/Rosenberg_1/hauptte
il_rosenberg_1.html
Zollurkunde von 1310
Diese geographisch günstige Lage Rosenbergs geht auch aus der bereits oben
genannten wichtigen Urkunde vom Jahre 1310 hervor. Es ist das ein Vertrag
zwischen dem Herzog Boleslaus von Oppeln und den Bürgern der Stadt Breslau.
Der Herzog verkauft mit Zustimmung seiner Kinder den Fußzoll, welchen die
Fußgänger zu zahlen pflegen und zwar in den Städten und dem ganzen Bezirk
seines Oppelner Landes, nämlich in Oppeln, Schurgast, Löwen, Krappitz,
Woischnik, Lublinitz und Rosenberg. Der Kaufpreis, den die Breslauer Bürger
zahlen mußten, betrug 100 Mark, eine für die damalige Zeit hohe Summe. Dafür
war jeder Fußgänger und jeder Wagenführer zollfrei, falls seine Waren nicht
10 Mark an Wert überstiegen. Aus dieser Urkunde erkennen wir die Handelswege
durch das Herzogtum Oppeln. Die Breslauer Kaufleute, denn um solche handelte
es sich wohl meistens, benutzten für ihre Einreise in das Herzogtum Oppeln
entweder die Straße durch Schurgast oder Löwen, oder, wenn sie vom Auslande
herkamen, die Wege über Lublinitz, Woischnik oder Rosenberg nach Oppeln und
weiter nach Breslau. Die Übergänge nach den anderen Herzogtümern der Piasten
werden nicht angeführt, weil ja hier das Recht der Zollerhebung diesen
Herzogtümern zustand, etwa dem Herzog von Ratibor und Cosel oder dem
Fürstbischof von Breslau in seinem Neisser Bistumslande. Wiederum geht aus
dieser Urkunde hervor, daß Rosenberg eine der bedeutendsten Städte des
Herzogtums gewesen ist. Rosenberg war um die Wende des 13. zum 14.
Jahrhundert ein hervorragender Handelsplatz und eine wichtige deutsche
Stadt.
Hier geht es mehr um die Wirtschaft:
http://www.powiat.klodzko.pl/archiwum/st.doc
... Nach dem Tod des Ludwik Jagiellonczyk gehörte die Grafschaft (über 200
Jahre) zum österreichischen Herrschergeschlecht der Habsburger. Infolge der
Schlesischen Kriege um die Mitte des 18 Jhd. erwarb Friedrich der Große mit
Schlesien auch die Grafschaft Klodzko und schloss sie in die
Verwaltungsgrenzen Niederschlesiens ein. Damit wurden die uralten Grenzen
zwischen dem Land von Klodzka (Glatzer Land) und Niederschlesien verwischt.
Über die Zugehörigkeit des Landes von Klodzka (Glatzer Land) zu Polen wurde
nach dem 2 Weltkrieg entschieden.
In den Jahren 1945 - 1946 kam es, ähnlich wie auch in anderen
Gebieten, die Polen zugeteilt wurden, zu einer großen Völkerwanderung, die
zur Übersiedlung der deutschen Bevölkerung und Ansiedlung polnischer
Vertriebener, meistens aus den östlichen Grenzgebieten Polens, in diesen
Gebieten.
Zu den ältesten Handwerkszweigen des Landes von Klodzka (Glatzer
Landes) gehören die seit dem Mittelalter sich entwickelnden Webereien, aber
auch Bauwesen, Bergbau und Glashütten.
Die zweite Hälfte des 13.Jhd. und des l4. Jhd brachten einen starken
wirtschaftlichen Aufschwung für das ganze Land von Klodzko, was der
wirtschaftlichen Tätigkeit zweier Orden zu verdanken ist: dem Johanniter-
und dem Zisterzienserorden. Auch eine starke deutsche Kolonisation, die von
der in Böhmen herrschenden deutschen Dynastie der Luxemburger, begünstigt
wurde, trug dazu bei.
Infolge der Hussitenkriege in den 20er Jahren des 15. Jhd kam es dann
zu großen Verwüstungen und die Wirtschaftskraft nahm ab.
Nach den Hussitenkriegen kam es abermals zum wirtschaftlichen
Aufschwung vor allem des Bauwesens und des Steinbergbaus, wie der
Marmorförderung in Duszniki und Miedzylesie, der Sandsteinförderung in
Dlugopole, Radkow und Stara Bystrzyca (Altweisstritz). der Gold- und
Silbergewinnung in Zloty Stok (Reichenstein), der Eisenerzgewinnung in
Duszniki und Neurode sowie der Kupfergewinnung ebenfalls in Neurode.
Diesem Aufschwung, der über 200 Jahre dauerte, machte der 30-jährige
Krieg(1618-1648) ein Ende. Unmittelbare Folgen des Krieges und der Pest
waren die Entvölkerung der Stadt Klodzka (Glatz und der Grafschaft litten
unter bis zu 30 % Bevölkerungsverlust), und eine Ruinierung der Städte und
Dörfer. Die erlittenen Verluste erwiesen sich aber im Laufe der Zeit als
eine belebende Erschütterung. In den deutschen Ländern kam es zu einem
beschleunigten Verfall des Feudalsystems und einem erneuten schnellen
Aufblühen der zerstörten Städte. Eine intensive Bautätigkeit, die durch
Kirchen und Stadträte inspiriert wurde, begünstigte den wirtschaftlichen
Aufschwung und gab Tausenden von Menschen Arbeit.
Im 19. Jhd. stützt sich die Wirtschaft der Region auf einheimische
Rohstoffe (Felsen, Wälder, Steinkohle, Kupfer -und Eisenerze).
Der Bau einer Eisenbahnlinie und die Bahnverbindung der Stadt Klodzko
mit Wroclaw, Walbrzych und Miedzylesie beschleunigte das Tempo der
wirtschaftlichen Entwicklung und ermöglichte die Entstehung neuer Branchen,
die importierte Rohstoffe verarbeiteten.
Am Wendepunkt des 19. und 20. Jhd. entstanden viele neue
Wirtschaftszweige, die für den in Mode kommenden Fremdenverkehr die seit
langem bekannten Bäder (Bad Kudowa, Bad Reinerz, Bad Landeck) und die
Attraktionen der hiesigen Gebirgslandschaft zu nutzen begannen.
In den Nachkriegsjahren, von 1946 bis Ende der 80er Jahre wurden
weiterhin die traditionellen Industrieformen und landwirtschaftlichen
Großwarenerzeugungsformen entwickelt. Die neu eingeführte elektrotechnische
Industrie und das Glashüttenwesen hatten gute Entwicklungsperspektiven.
Allgemein gesagt, erlebten die durch den "Sozialismus" geförderten Formen
der Industrie, der Landwirtschaft und der Dienstleistungen in den Kurorten
und im Fremdenverkehr, ihre Blütezeit.
Abgeschafft wurden private touristische Unternehmen und Betriebe
der Kleinindustrie, die vorher doch sehr effektiv die Landwirtschaft in den
Dörfern finanziell unterstützten. Eine freie Marktwirtschaft war nicht
möglich, da die herrschenden Verhältnisse, Vorschriften und
Handlungsmethoden dagegen waren.
Die dadurch entstandene ökonomische Krise in den achtziger und
neunziger beschleunigte vor allem den Verfall solcher Wirtschaftszweige wie:
Bergbau, insbesondere Steinkohlenbergbau
Textilindustrie
Verarbeitungsindustrie für einheimische Rohstoffe
Elektromaschinenbau
landwirtschaftliche, industrialisierte Großproduktion
und alle Bäder, die als Dienstleistungskomplexe zentral verwaltet wurden
Darüber hinaus kam es zur Entvölkerung der Gebirgsdörfer, Rückgang der
landwirtschaftlichen Produktion und Verfall der auf die einheimischen
landwirtschaftlichen Produkte angewiesenen Verarbeitungsindustrie (z.B. der
Molkereien).
...
Ziemlich lang geworden, sorry
Viele Grüße aus Brünen am Niederrhein
Nicole