Suche Sortierung nach Monatsdigest
2001/12/28 12:18:48
Doris Baumert
Fw: [SCI] Generalkommission für Schlesien zu Breslau
Datum 2001/12/28 12:59:23
Thaufelder & Tzschoppe
Re: [SCI] Lied "Streuselkuchen"
2001/12/05 03:45:46
Guenter Boehm
[SCI] "Boehmen" in Polnisch?
Betreff 2001/12/28 07:12:54
geierbande1(a)compuserve.de
[SCI] "Moh-Kließla"
2001/12/02 23:50:12
Winfried Schön
[SCI] Ahnenprogramm, Dank
Autor 2001/12/28 13:55:47
Winfried Schön
[SCI] Kreis Liegnitz

[SCI] "Die Nachwirkungen der Feiertage"

Date: 2001/12/28 12:53:02
From: Winfried Schön <wima.schoen(a)t-online.de>

Hallo Freunde!
Ich hoffe, es ist keinem so ergangen wie in diesem Gedicht!?
Gruss Winfried

Gesunde Feiertage!

Die Feiertage fanga oan,
Wie frän siech doo Weib, Kind und Moan.
Jitz koan ma doch uff Ruhe huffa,
"Gesunde Feiertage" ruffa
Sich olle Nupperschleute zu ,
und olle sein se ehrlich fruh,
Der Herr, die Froo und is Gesinde,
Doß endlich uufhiert doas Geschinde.

Ma zieht sich oan, ma macht sich schien,
Ma werd amoll zum Nupper giehn,
Ma zeigt sich, wenn eem war besucht,
Woas eem is Christkind hoot gebrucht.
Ma guckt amoll zum Fanster naus,
und kloppt is Tobackfeifla aus,
Ma sitzt om Uwa hübsch gemütlich,
Und tutt sich onn derr Wärme gietlich,
Und denkt, wie labt sichs jitz doch fein,
Bluß gutt, doß Feiertage sein.

Nu wiel natierlich oo derr Maga,
Woas merka voo a Feiertaga.
Drim werd´m tichtig eigegan:
Fleesch, Kließla, Tunke Marzepan,
Moostriezel, Fafferkucha, Nüsse,
Uffs saure Zeug kimmt glei is Sisse,
Uffs Sisse wieder saures glei,
Is hoot ju Plotz, is gieht ju nei,
Leit hier nich noch awing Schuckloade?
Ock immer har! - Üm die wärsch schoade.

Nich immer werd eem doas gebota,
Merr hotta zwoar errscht Gänsebroata,
Doch kinn merr, weil merrsch groade hoan,
Awing Schuckloade noch vertroan,
A Striezel wulln merr oo nich missa,
Zwee Äppel warn noch oangebissa,
Nu brengt die Mutter uff a Tiesch,
`n hübscha fetta Roocherfiesch,
Und weils noch groade eene hotte,
Aß mer noch flink`n Kieler Sprotte,
`n sissa Faffermoan derzu,
Nu ies derr Maga endlich fruh.
Nu hiern merr endlich uuf zu kaun,
Derr Maga ruht und koan verdaun.

A koan verdaun, a wiel ock nich.
A drickt und wurgt goar jämmerlich.
Schwer wie a Mühlsteen leit a drinne,
Eim runda Bäuchla, - oo pfui Spinne.
Nu flink is Bolsomflaschla har,
Glei ies doas ganze Flaschla lar.
Jitz noch`n Asperin-Tablette
Nee ies mir schlecht, - iech muuß eis Bette.
Nee kumm ock hurtig, liebstes Weib,
Mach merr`n Ümschlag üm a Leib.

Nee nee, asu miech vulzustuppa,
Breng merr ock schnell die Hoffmonnstruppa.
Hoots nich oo noch ang Baldrian?
Du konnst merr glei zwee Löffel gan.
Och jeckersch nee, och jeckersch nee,
Weib, koch merr ock`n Fliedertee.
A Tassla Tausendguldenkraut,
Iech krieg ju schunt`n Gänsehaut.
Mei Schadel ies schunt ganz benumma,
Hier muuß wull doch derr Dukter kumma.

Derr Dukter, dar ies glei zur Stelle,
A lauert ju uff sichte Fälle.
A weeß schunt, - onn a Feiertaga,
Verderbt sich moncher Mensch senn Maga.
Und sein die Leute sust nich krank,
Jitz sein se`s wieder, - Goot sei Dank!
Rizinusöl werd a verschreiba,
Doas werd die Krankheet schnell vertreiba,
Ma muuß zwoar üftersch amoll naus,
Hauptsache, doß se und kimmt raus,
Und ma verliert doas Magadrücka,
Die Rechnung werd a später schicka.
Nu gibbts a färchterlich Gewinsel,
A gruß Gejommre und Geklinsel,
Ma lät sich quar, ma lät sich krumm,
Och Tud erborm diech doch und kumm!

Asu a Maga zu verterba,
Jech war wull hinte Nacht noch sterba,
Ma krümmt sich wie a Roadfoahrschlauch,
Och je mei Bauch, och je mei Bauch!
Na jommert mit gebrochner Stimme:
"Schuckloade aß iech keene nimme,
Iech wiel oo goar kee Marzepan,
Und keene Wellwurscht nimme sahn,
Iech maag oo goar kenn Roocherharig,
Nee, bluß noch Weißquork assa war iech,
Iech wiel kenn Speck, kenn Schinka meh,
Nee nee, nee nee.
Iech asse überhaupt nischt meh."

Und wieder muuß ma wie derr Blitz,
Naus uff dan stilla, runda Sitz,
Die holbe Nacht gieht doas Geloofe,
Ma kimmt zu kemm gesunda Schlofe.
Jitz endlich ies derr Maga reen,
A drückt eem nimme wie a Steen,
Die Lompe brennt eim Stübla helle,
Nu, Mutter, breng ock`n Sardelle!
Die treibt a Koater nämlich weg.
Woas andersch hätte jitz kenn Zweck.

Nu war iech noch a bißla ruhn,
Iech hoa ju Zeit und nischt zu tun.
A schmeßt sich nimm ei senner Orche
Und schunt fängt oan a gruß Geschnorche.
Om andern Murga muuß ma raus,
Die Feiertage, die sein aus.
Verpucht, zieht ma is Maul doo schief,
Weil ma noch gerne wetter schlief.
Zum Punkte ies natürlich oo
Die gruße Dukterrechnung doo.
Zahn Mark sein reif, doo hilft kee Jommern.
Kee Heuln und Onn-a-Geldsaak-klommern,
War nicht bezoahlt, dar werd gepfändt,
Und wenn a gruße Truppa flennt.
Doo ies ma nüchtern mit emm Schlage,
Und denkt: na, doas worn Feiertage!
(Ernst Schenke)