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2001/04/25 16:36:15 BerndG Re: [SCI] Re: [VFFOW-L] Latein und Kirchenbuecher |
Datum | 2001/04/25 17:19:01 Smarzly, Andreas AW: [SCI] Re: [VFFOW-L] Latein und Kirchenbuecher /Ein Schlesier in Berlin |
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2001/04/24 17:52:22 Peter Ebenfeld [SCI] Schmankerl |
Betreff | 2001/04/27 17:10:50 georg.weise [SCI] Schmiechen |
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2001/04/25 15:55:42 >Gerd Mullenheim< AW: [SCI] Altdeutsche Ausdruecke und Pommersche Ein heit |
Autor | 2001/04/25 17:21:58 >Gerd Mullenheim< AW: [SCI] Ueber die grosse Politik |
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Date: 2001/04/25 17:07:29
From: >Gerd Mullenheim< <muellenh(a)pt.lu>
| | Sehr geehrter Herr Müllenheim, | | ursprünglich wollte ich mich ja nicht an politischen Diskussionen in der | Liste beteiligen, aber - nehmen Sie es mir bitte nicht übel - das | ist ja nun | doch ein ganz besonderes Schmankerl, über das ich sehr geschmunzelt habe. | Sie haben wörtlich geschrieben : | | " Durch den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde es möglich, | die vor 1000 Jahren geschaffene Ordnung wiederherzustellen, da der | Vertrag von Mersen ja von den Franzosen gebrochen worden war." | | Der Satz kam mir doch bekannt vor ? Ja richtig, in polnischen | Büchern wurde | dieses noch bis vor kurzem über Schlesien geschrieben. Die vor 1000 Jahren | geschaffene Ordnung, Schlesien zu Polen, habe man nach dem | zweiten Weltkrieg | glücklicherweise wiederherstellen können. | | Viele Grüße, in aller Freundschaft | Peter Ebenfeld | ________________________________________________________________ Lieber Herr Ebenfeld, man kann das Elsaß nicht mit Schlesien vergleichen. Der wichtigste Punkt ist wohl, daß die Bevölkerung nicht vertrieben wurde. Es ist aber eine geschichtliche Tatsache, daß die Franzosen nach etwa 800 Jahren den Vertrag von Mersen gebrochen haben. Die Bevölkerung des Elsaß wehrte sich damals sehr dagegen, erhielt aber nicht die nöti- ge Hilfe aus dem Reich. Hans Georg von Zedlitz mußte dann widerwil- lig die Übergabe der Reichsstadt Straßburg an die Franzosen vorneh- men, um Schlimmeres zu verhüten. In der Familiengeschichte von Mül- lenheim können Sie mehr darüber nachlesen (Generallandesarchiv von Baden in Karlsruhe). Die spätere und auch heutige Einstellung der Bevölkerung gegenüber Deutschland sind das Ergebnis von unangebrachter Haltung der neuen Verwaltung seit 1871 bzw. 1940. Der Vorfall in Zabern wurde allein durch einen arroganten, jungen preußischen Offizier ausgelöst. Von den Zwangsmaßnahmen des Gauleiters brauchen wir wohl nicht zu spre- chen, denn die sind ja sicherlich hinreichend bekannt. Freiherr Hermann von Müllenheim (1845-1903) bemühte sich als Platz- kommandant von Straßburg sehr um ein gutes Verhältnis zwischen dem Militär und der Stadt. So war er persönlich Mitglied des Verschöne- rungsvereins und setzte sich überall für die Belange der Stadt ein. Auf sein Wirken hin wurde eine Straße zu Ehren der Familie benannt und heißt heute noch so: "Quai Müllenheim oder Müllenheim-Staden". (Beschluß des Bürgermeisters vom 31.10.1881). Seine Wiege stand in der Niederlausitz und er ist in Straßburg gestorben und begraben. Der Mann seiner elsässischen Cousine Baronesse Charlotte de Müllen- heim, Sigismund von Reinach, war als Elsässer ein preußischer Ritt- meister und Senator von Elsaß-Lothringen. Meinen Sie, er war gegen Deutschland eingestellt? Es ist jedenfalls nicht richtig, daß alle Elsässer damals die Wiederherstellung der alten Ordnung nicht wohl- wollend gesehen haben. Das kann ich von der Familie Müllenheim des- halb ganz anders beurteilen. Ganz herzliche Grüße aus Luxemburg Gerd Müllenheim _______________________________ Postanschrift: Postfach 2482, L-1024 Luxemburg Tel. (00352) 460346 E-Post / e-mail: muellenh(a)pt.lu Buch: "Die Zukunft der Welt..." http://www.computermission.org/