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2001/03/25 21:52:09
Heinz Bredthauer
Re: [SCI] Jurthe Naehrung
Datum 2001/03/25 22:15:09
Reinhard Schwan
[SCI] Namensuche
2001/03/25 19:36:29
Guenter Boehm
[SCI] Erlebte Heimatgeschichte - Kindheitserinnerungen
Betreff 2001/03/01 22:02:41
Wolfgang Leistritz
Re: [SCI] Erlenbusch, Kreis Waldenburg
2001/03/24 09:37:26
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Potsdamer Verhandlungen
Autor 2001/03/25 23:35:45
>Gerd Mullenheim<
AW: [SCI] Ahnenforschung

AW: [SCI] Erlebte Heimatgeschichte - Kindheitserinnerungen

Date: 2001/03/25 22:01:52
From: >Gerd Mullenheim< <muellenh(a)pt.lu>

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| Hallo Freunde,
| grosse Politik beiseite. Sehen wir das menschliche Gute und Böse:
|
| Jedenfalls wird man in der Zukunft  genauso in der Vergangenheit nach
| Daten und Wahrheit suchen, wie wir heute nach denen unserer Vorfahren.
|
| Hoffentlich lyncht 	Ihr mich nicht :-)
|
| Viele Gruesse aus Upstate New York,
| Guenter
| __________________________________________________________________

Lieber Herr Böhm,

vielen Dank für diesen äußerst interessanten Erlebnisbericht aus Ihr-
rer Kindheit. Ich weiß nicht, wer Sie dafür lynchen wollte!

Den "Endkrampf" und die Besatzungszeit habe ich im Rheinland erlebt,
zuerst die Amerikaner, dann die Engländer. Nach inzwischen über fünf-
zig Jahren kann ich mich noch gut daran erinnern, daß ich damals oft
Angst hatte. Meine Mutter hatte mich damals leider öfters des Abends
allein in meinem Bett zurücklassen müssen. Mein Vater war seinerzeit
in französischer Kriegsgefangenschaft in Nîmes (Südfrankreich). Dann
wußte ich nie, ob sie jemals wieder zurückkehren würde. Sie tröstete
mich zwar immer damit, daß die Nachbarn sich um mich kümmern würden,
aber das war für mich nicht dasselbe. Sie mußte dann immer fort, wie
sie mir sagte, um Kohlen von den Eisenbahnzügen zu klauen. Ich wußte
nur, wenn sie das nicht tun würde, dann müßten wir im bevorstehenden
Winter frieren, und das wollte ich natürlich auch nicht. Dennoch hat-
te ich immer große Angst, ihr könnte dabei vielleicht ein Unglück ge-
schehen, und sie würde nicht mehr zurückkommen können. Wenn ich dann
nicht schlafen konnte, hörte ich die englischen LKWs an unserem Haus
vorbeifahren. Diese machten so ein pfeifendes Geräusch und waren des-
halb unverkennbar für mich. Vor einigen Jahren konnte ich noch einen
damals für mich eigenartigen Lastwagen in einem Militärmuseum bestau-
nen. Es war wie eine alte Bekanntschaft, denn ich hatte diesen natür-
lich gleich wiedererkannt. Auf diese Art und Weise hat jeder nun sei-
ne eigenen Erinnerungen an diese ganz vertraute, jedoch für uns alle
äußerst schreckliche Zeit der Ungewißheit und Bange vor der Zukunft.

Ganz herzliche Grüße aus Luxemburg

Gerd Müllenheim
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