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2007/12/23 20:04:46 Andreas Harms [OL] WÜLBER Zwischenahn |
Datum | 2007/12/24 03:17:31 Ellie Brucken Re: [OL] Planning trip to Oldenburg April 5 to April 10 2008 |
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2007/12/23 19:50:27 Andreas Harms Re: [OL] Familie Muhle / Junker Köntje |
Betreff | 2007/12/11 16:53:12 Christopher Grote Re: [OL] Gelbe Reihe der OGF - Hefte Harpstedt und Ganderkesee fastausverkauft. |
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2007/12/24 03:17:31 Ellie Brucken Re: [OL] Planning trip to Oldenburg April 5 to April 10 2008 |
Autor | 2007/12/11 11:42:59 GDiers9488 [OL] Gelbe Reihe der OGF - Hefte Harpstedt und Ganderkesee fast ausverkauft. |
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Date: 2007/12/23 22:05:24
From: Erbensucher <Erbensucher(a)aol.com>
Hallo Andreas! Zur Klärung der Bedeutung der Namen auf -ie können Sie die Ausarbeitung von Wilhelm Ramsauer "Familien-, Flur- und Ortsnamen" heranziehen, der sich mit unserer Region beschäftigte. Danach handelt es sich um Patronyme, die von einem Vornamen abgeleitet sind. Im Oldenburger Münsterland herrscht die westfälische Tradition der -ing-Endung, in Richtung Wildeshausen und Delmenhorst als -ig und im Ammerland als -ie geschrieben. Das wusste man wohl zur Zeit der Entstehung der Sage nicht mehr, weshalb man diese Namen durch einen gemeinsamen Vorfahr zu deuten versuchte, der auf Grund des großen Besizes dann ein Junker gewesen sein müsste. Ein Junker namens Köntje hat es aber nie gegeben, denn dieser Name ist eben ein bürgerlicher Name, wie oben bereits beschrieben. Da es aber ein Patronym ist, vermute ich, dass die Grundlage ein Vorfahr namens Konrad war. Dieser Vorname kam unter Anderem auch bei der Familie von Bremen vor, deren Nebenlinie von Porsenberg auch in Gristede begütert war. Allerdings wäre es reine Spekulation, wollte man die Familie Köntje auf einen bestimmten Konrad zurückführen können, da bürgerliche Familie damals recht selten in den Urkunden erwähnt wurden, da sie ja nicht handelnde Personen waren, sondern häufig in der Leibeigenschaft lebten. Dass alle Höfe in Gristede mal Besitz eines einzigen Adeligen war, der sie dann an seine nichtehelichen Söhne verteilte, gehört nur in den Bereich der Sage. Wenn man der Oldenburger Urkundenbücher durchsieht, dann findet man immer wieder Besitz in Gristede, der verschiedenen adeligen Familien gehört. Diesen Besitz müssten diese adeligen Familien dann ja von den nichtehelichen Söhnen erhalten haben. Das müsste dann aber in uralten Zeiten gewesen sein, denn die adeligen Familien treten das ganze Mittelalter auf, die o.g. bürgerlichen Namen aber erst seit dem Spätmittelalter. Und dass im Hochmittelalter bereits Besitz in bürgerlichen Händen war, kann man ausschließen, denn Landbesitz war das Vorrecht des Adels. Bürgerliche waren meist Leibeigene oder saßen als eine Art von Pächter auf dem den Adeligen gehörenden Besitz, den sie in deren Namen bebauten. Dass Adelige nicht eheliche Söhne aus ihrem Besitz versorgten ist unzweifelhaft. Dass aber ein Adeliger ohne standesgemäße Nachkommen seinen ganzen Besitz an solche Nachkommen ausgab ist augeschlossen. Es gab immer standesgemäße Verwandte, die erbten. Falls solche mal tatsächlich nicht vorhanden waren, viel der Besitz an den Lehnsherrn zurück, denn der größte Teil des adeligen Besitzes war ja ein Lehen des höheren Adels, z.B. der Grafen von Oldenburg. Wirklichen Eigenbesitz hatten nur wenige Adelige. Er stammte, so weit ich es im Moment beurteilen kann, aus Verschwägerungen des niederen Adels mit dem höheren Adel, also meistens aus Heiratsgut on hochadeligen Töchtern, die niederadelige Ehemänner heirateten. Der tatsächliche Eigenbesitz viel dann an diese Familien bzw. bei deren Aussterben an deren Nachkommen zurück. Sollten diese nicht zu ermitteln sein, war der oberste, im Auftrag des deutschen Kaisers regierende Verwaltungsbeamte, in den sächsischen Gebieten also der Herzog von Sachsen, derjenige, der diese Güter beanspruchen konnte. Dass die Gristeder Hausleute großen Besitz in Gemengelage haben, ist klar, da sie über die Jahrhunderte regelmäßig unter einander geheiratet haben und damit immer wieder Besitz von einer Familie zur anderen und damit von einem Hof zum nächsten wechselte. Dass ist in den meisten Dörfern so gewesen bis man in unserem Jahrhundert die bekannten Flurbereinigungen durchführte. Daraus lassen sich aber nicht die Verhältnisse vor einigen Jahrhunderten klären. Die Anzahl von Hausmannhöfen war abhängig von der Flurgröße eines Ortes. Dass man alle Einwohner eines Dorfes auf einen gemeinsamen Vorfahr zurückführen kann, wie es die o.g. Sage versucht, ist mir bisher noch nicht untergekommen und dürfte auch nicht zu klären sein, weil man keinerlei Informationen aus den frühesten Zeiten hat, in denen diese Orte erstmalig besiedelt wurden. Vielleicht lassen sich später mal Erkenntnisse aus Gentests gewinnen, aber das steht zur Zeit noch in den Sternen. Zu erwarten ist das eher in Orten, die von einem Kolonisator neu angelegt wurden, wie zum Beispiel in den Bruchländereien an der Weser. Aber wahrscheinlich ist auch das nicht. Die von Ihnen genannte Sage ist eben das, was der Name sagt, nämlich eine Sage. Womöglich hat sie einen wahren Kern, aber wie dieser aussieht, da zu liegen mir keinerlei Informationen vor, da mir die Entstehungsgeschichte von Gristede unbekannt ist. Da aber Gristede im Ammerland liegt, ist zu vermuten, dass der Ursprung des Ortes auf die Grafen von Oldenburg oder eine ihrer lehnsabhängigen Adelsfamilien zurückzuführen ist, auf Grund der örtlichen Nähe möglicherweise der Familie von Elmendorf. Zur Familie Frölje habe ich als ältesten Nachweis auch nur die von Ihnen gemachte Angabe aus dem Fräulein-Schatz-Register von 1613. Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte! Ebenfalls wünsche ich Ihnen ruhige und besinnliche Feiertage! Mit freundlichen Grüßen Gunter Jüchter, Hannover